Kosmetik-Inhaltsstoffe – diese 10 solltest du vermeiden

Kosmetik Inhalt – diese 10 Stoffe solltest du vermeiden

Kosmetik Inhaltsstoffe sind vieldiskutiert: was ist Natur-, was ist Biokosmetik, worauf – ausser dem wohl bekannten Aluminium – musst du achten? Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Kosmetik Inhalten und gibt Tipps, welche 10 Stoffe du vermeiden solltest. 
Wenn du etwas über die richtige Pflege für Haut 50 Plus wissen möchtest, besuche unseren Blog dazu.

Allergien und Intoleranzen sind im Vormarsch – besonders in den wohlhabenden Industrieländern.
Und nein, das ist keine Einbildung, keine Hysterie oder Wichtigmacherei. Kannst du dich erinnern, dass in unserer Jugend jemand keinen Weizen (Gluten) oder Histamin vertragen hat, dass Pollenallergien so verbreitet waren?

Dass die Umweltverschmutzung, unsere (häufig schlechten) Ernährungsgewohnheiten dabei eine wichtige Rolle spielen, ist bekannt: Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Farbstoffe etc. in Lebensmitteln, die Beduftung von Taschentüchern, Waschmitteln, Müllsäcken und Räumen uvm sind sehr kritisch zu hinterfragen.

INHALTSVERZEICHNIS

Allergien im Vormarsch

Ist dir bewußt, dass sich eine Frau mit konventioneller Kosmetik bis zu 500 Chemikalien täglich auf Körper und Gesicht schmiert?

Das klingt völlig absurd, aber du brauchst dir nur die Liste der Inhaltsstoffe deines Shampoos anzusehen: vermutlich enthält es mindestens 20 Inhaltsstoffe. Dann addiere die Ingredients aus Gesichtscreme, Lippenstift, Make-up, Lidschatten und Wimperntusche, Körpercreme, Duschgel…

Hier als Beispiel eine gängige Shampoo-Marke mit zahlreichen Inhaltsstoffen, die du vermeiden solltest:

Inhaltsstoffe Shampoo

Willst du mehr über schonende Haarpflege erfahren – zur Vermeidung von Haarausfall ab 50Plus? Dann lies unseren Blogbeitrag.

Wusstest du

dass Duftstoffe mit Nickel die häufigsten Allergieauslöser sind (es gibt praktisch keine Kosmetika, die nicht beduftet sind)
dass laut daab (dt. Asthma- und Allergikerbund) rund 20% an Duftstoffallergie leiden?
dass rund 20% der Bevölkerung in unseren Breiten an Kontaktallergien leiden?

Funktionen der Haut

Wir muten unserer Haut – sie ist mit rund 2m2 unser größtes Organ und wichtigster Schutz des Körpers nach außen – sehr viel zu. Inhaltsstoffe, die auf die Haut aufgetragen werden, können direkt in den Blutkreislauf gelangen und so „systemisch“ wirken.

Deshalb ist es wichtig, zumindest die 10 schädlichsten Kosmetik Inhaltsstoffe zu vermeiden. Allerdings ist das leider nicht einfach, weil es dem Interesse der milliardenschweren Kosmetikindustrie zuwiderläuft.

Was genau bedeutet eigentlich „BIO-Kosmetik“?

Auf der sicheren und gesunden Seite ist man mit nach höchstem Standard zertifizierter Biokosmetik. Vielleicht brauchst du ein paar Tipps für die Pflege reifer, sensibler Haut + 50? Dann lies hier mehr dazu.

Aber auch im Bereich Naturkosmetik wird getrickst. Für Begriffe wie „Naturkosmetik“ oder „Biokosmetik“, „dermatologisch getestet“ etc. gibt es – im Unterschied zu Nahrungsmitteln – keine gesetzlichen Regelungen. Viele Hersteller benutzen Gütesiegel, die von der Industrie selbst erarbeitet wurden. Wo „Natur“ mit schönen Bildern und Texten vorgegaukelt wird, ist noch lange nicht Natur drinnen: man spricht von „greenwashing“.

Eine positive Ausnahme ist das kleine Österreich. Als erstes Land in der EU basiert die Zertifizierung von Natur- und Biokosmetik auf einem sehr strengen, gesetzlich geregelten Standard, dem Österreichischen Lebensmittelbuch ÖLMB (Codexkapitel A8, Abschnitt 6 „Biokosmetika“)

Und das genau bedeutet „Natur und Bio-Kosmetik“ in Österreich: 

Naturkosmetik nach ÖLMB

🌱 darf nur aus (pflanzlichen, mineralischen, tierischen) Naturstoffen bestehen

🌱 darf nur mit schonenden Methoden hergestellt werden: mit Hilfe von Waschung, Pressung, Extraktion, Fermentierung – chemische Verfahren sind verboten

🌱 Synthetische Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine, ethoxilierte Rohstoffe (PEG’s) sind verboten

🌱 muss frei sein von UV-Filter, genmanipulierten Stoffen, Mikroplastik und Nanopartikel 

🌱 Bestandteile von Wirbeltieren dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie vom lebenden 
Tier stammen (z.B. Bienenwachs, Stutenmilch)

🌱 Als Konservierungsstoffe dürfen 6 naturidente Stoffe eingesetzt werden

🌱 Bei Naturkosmetik gibt es keinen vorgeschriebenen Bio-Anteil der Inhaltsstoffe

🌱 Tierversuchsfreiheit wird mittlerweile durch andere österreichische 
und EU-weite Regelungen garantiert und muss daher nicht gesondert gefordert werden

Bio Kosmetik

Biokosmetik nach ÖLMB

Zusätzlich zu den oben genannten Kriterien müssen die Rohstoffe von Biokosmetik

🌱 zu mindestens 95% aus garantiert kontrolliert biologischem Anbau stammen

🌱 Ausgenommen sind Naturstoffe die nicht aus kontrolliert biologischem Anbau stammen können (z.B. Wasser, Salze, Tonerde etc.)

🌱 Biokosmetikhersteller werden zusätzlich jährlich von einer akkreditierten österreichischen Biokontrollstelle überprüft und re-zertifiziert

Kosmetik Inhalt - diese 10 Stoffe solltest du vermeiden

Es gibt einige Kosmetik Inhaltsstoffe, die sich bei dauernder Anwendung als hautschädigend erwiesen haben und unter Umständen sogar erbgutschädigend, hormonell wirksam oder krebserregend sein können.
Auch wenn die in Kosmetika enthaltenen Konzentrationen meist gering sind – kleine Mengen summieren sich.

Die INCI-Liste (Intern. Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) sagt nichts darüber aus, ob diskutierte Stoffe in Kosmetika enthalten sind.

Die folgenden Inhaltsstoffe sind nicht die einzigen, die widersprüchlich diskutiert werden, kommen aber sehr häufig zum Einsatz. Eine Seite betont die gesundheitsschädigende Wirkung und fordert das Verbot diverser Inhaltsstoffe, die andere Seite spricht von Übertreibung und Panikmache.

Aluminium

Bezeichnungen: Aluminum Chlorohydrate, Aluminum Chloride, Aluminium Stearate, Aluminum Powder und Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex. Bei Verwendung als kosmetischer Farbstoff erkennbar am Kürzel CI 77000

*Die Studienlage ist widersprüchlich: „Alu and human breast diseases“, University of Reading 2011 konnte höhere Alu-konzentrationen in Brustwarzenflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen nachweisen. Die University of Campinas/Brasilien fand keine nennenswerten Unterschiede im Alu-Gehalt zwischem gesunden und erkrankten Brustgewebe

wird hauptsächlich in Form von Aluminiumsalzen in Deos (schweißhemmend) oder als Farbstoff in der dekorativen Kosmetik verwendet

fallweise verschließen aluminiumsalzhaltige Deos die Poren so stark, dass sich Schweiß in den Drüsen staut, es kann zu Juckreiz und Entzündungen kommen

Studien ergaben, dass sich in Lymphknoten und Tumorgewebe von Brustkrebspatientinnen als auch in den Gehirnen von Menschen mit Alzheimer ungewöhnlich hohe Aluminiumwerte nachweisen lassen*

Diethanolamine DEA

Bezeichnungen:
Diethanolamine, Diolamin,
Bis(2-hydroxyethyl)amin, 2,2´-Iminodiethanol, DEA

Alkohol, als Emulgator in Körperlotionen oder als Feuchthaltemittel in Hautpflegeprodukten

unter anderem haut- und schleimhautreizend

wird DEA mit Nitraten verarbeitet, reagieren sie chemisch miteinander und führen möglicherweise zu krebserzeugenden Nitrosaminen

dem DEA sehr ähnliche und häufig verwendete Ethanolamine wie Triethanolamine (TEA) und Monoethanolamine (MEA) sollten ebenso gemieden werden

Duftstoffe

Bezeichnungen:
Parfum, Fragrance

Vielleicht enthält auch dein Deo den Duftstoff Eichenmoos. Klingt natürlich, ist aber hochgradig allergieauslösend und zählt zu den polyzyklischen Moschusverbindungen. Dahinter verbergen sich synthetische Duftstoffe

Polyzyklische Moschusverbindungen können  Allergien auslösen und haben sich in Tierversuchen teilweise als krebserregend und erbgutverändernd gezeigt. 

Duftstoffe in Kosmetik Inhaltsstoffen stehen mit Nickel an erster Stelle der Allergieauslöser. 15-20 % (daab) reagieren auf Duftstoffe

zu den Hauptallergenen zählen Vanille, Zimt, Zedernholzöl, Nelken und Geranien, die vor allem in ätherischen Ölen enthalten sind

Duftstoffe Fragrance

Farbstoffe (synthetische)

Bezeichnungen:
CI (Colour Index) und eine fünfstelligen Zahl

zu den umstrittensten Vertretern der Azo-Familie (ca. 2000 von 4000 für Kosmetik zugelassenen Pigmente) gehören der intensive Gelbton CI 19140 sowie die roten Nuancen CI 18050, CI 14720 und CI 16035

können allergische Reaktionen, Hautreizungen, Entzündungen auslösen

häufig verwendet werden Azofarbstoffe, von denen einige in Verdacht stehen, aromatische Amine freizusetzen, die giftig sind und als krebserregend gelten

CI 18050 (rot), in Lebensmitteln als E 128 deklariert, ist z. B. seit 2008 in Nahrungsmitteln verboten

Mineralöl, Paraffin

Bezeichnungen:
Cera Microcristallina (Microcristallina Wax), Ceresin, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Vaseline

Mineralöle sind quasi Abfallprodukte bei der Erdölgewinnung, werden als Kosmetik Inhaltsstoffe eingesetzt weil sie kostengünstig sind

bilden einen Film auf der Haut, sie fühlt sich glatt an, kann aber nicht mehr “atmen”, die Regenerationsfähigkeit wird vermindert

sie dringen nicht in tiefere Hautschichten, bewirken keine langfristigen positiven Effekte

geraten immer mehr in Diskussion – hier ein Video, basierend auf einem Bericht der Stiftung Warentest

Parabene

Bezeichnungen:
Methylparaben, Etyhlparaben, Propylparaben, Butylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben und Phenylparaben. Metagin, Propagin, Oxybenzoesäure/Oxybezoat, Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat, PHB und Parahydroxybenzoat

sind synthetische Konservierungsmittel, die häufig für Kosmetikprodukte verwendet werden

Parabene sind dem Östrogen ähnlich, lagern sich im Körper an und können Auswirkungen auf das Hormonsystem des Körpers haben

Langzeitstudien am Menschen fehlen

Können allergische Reaktionen und Rötungen hervorrufen

PEG und PPG

Bezeichnungen:
z.B. PEG-8, PEG-40: Hydrogenated Castor Oil; Substanzen mit der Silbe „eth“ z.B. Ceteareth-15 – das bekannteste Sodium Laureth Sulfate

Polyethylenglykol, Polypropylenglykol und deren Abkömmlinge können Hautreizungen, Hautentzündungen und Ekzeme verursachen

Die Haut verliert ihre natürliche Barrierefunktion, wird durchlässiger für Schadstoffe und Umweltgifte

in konventioneller Kosmetik aufgrund ihres niederen Preises häufig als Emulgatoren, Lösungsmittel, Feuchthaltemittel, Tensid oder Weichmacher eingesetzt

Einsatz in Gesichtswässern, Flüssigseifen, Duschgels, Shampoos – in Cremes, Salben oder Haarkuren

bedenkliche Kosmetikinhaltsstoffe

Phtalate

Bezeichnungen:
Diethyl Phthalat und Dimethyl Phthalat (DEP, DMP)

können von der Haut aufgenommen werden und deren Schutzmechanismus beeinflussen

stehen im Verdacht Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und in den Hormonhaushalt des Menschen einzugreifen

Einsatz zur Fixierung von Duftstoffen oder zur Vergällung von Alkohol; wegen des geringen Gehalts oft nicht deklariert

Werden in der Umwelt kaum abgebaut

Sulfate

Bezeichnungen:
Sodium Laureth Sulfate. Alternative Begriffe oder enge Verwandte sind z. B. Sodium Lauryl Sulfate, Natrium Alkyloxysulfuricum, Natriumdodecylpoly-Oxyethylen, Ethersulfat, Natriumlaurethsulfat, Natriumlaurylethersulfat und Natriumpolyoxyethylen (1-4) dodecylethersulfat.

Natriumlaurylsulfat ist ein in konventioneller Kosmetik sehr häufig verwendetes, stark öl- und fettlösendes Tensid, das auf PEG (Polyethylenglykol) basiert

wird überall dort als Kosmetik Inhaltsstoff eingesetzt, wo es schäumen soll: Shampoo, Schaumbädern, Duschgel, Flüssigseifen oder Zahncreme

Lässt Hornschicht und Haare aufquellen – es wird mehr Fett entfernt als gut ist

SLS/SLES wirkt sehr hautirritierend; die Haut wird spröde, kann sich röten, schuppen und jucken, es kann Allergien auslösen und zur Austrocknung der Haut führen.

Wie finde ich bedenkliche INCI in Kosmetik?

Und was jetzt? Wer kann sich das alles merken?

Gott sei Dank gibt es inzwischen mehrere Apps, die helfen, die Kosmetik Inhaltsstoffe, die du vermeiden solltest zu bestimmen:

Codecheck

beschreibt nicht nur Kosmetik Inhaltsstoffe, sondern auch deren Wirkung auf Organismus und Umwelt. Die Bewertungen basieren auf verschiedenen Datenquellen, die App ist kostenlos.

https://www.codecheck.info/m/hintergrund/kosmetika

ToxFox

die kostenlose App des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hilft seit 10 Jahren dabei, Kosmetika auf schädliche Inhaltsstoffe zu überprüfen. Einfach den Strichcode des Produktes scannen und schon bist du informiert.

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/einkaufen/toxfox

Kosmetikanalyse

ist eine Initiative der Schweizer Stiftung zur Förderung der Hautgesundheit. Diese Plattform bewertet Kosmetik und kosmetische Inhaltsstoffe wissenschaftlich fundiert und garantiert unabhängig. Eine Mitgliedschaft für die Analyse ist erforderlich.

https://kosmetikanalyse.org/

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