Blackout

Blackout – was tun, wenn der Strom ausfällt?

Die letzten Jahre zeigen: Ein längerer Stromausfall ist kein „Filmstoff“, sondern kann ganz real passieren – auch mitten in Europa, mitten im Winter. Anfang Jänner 2026 waren in Teilen Berlins zehntausende Haushalte und Betriebe nach einem Brand an wichtigen Stromleitungen über mehrere Tage ohne Strom. Heizungsausfälle, stehende Aufzüge, keine verlässliche Kommunikation – und das bei Kälte.

Die geopolitische Lage (Sabotage, hybride Bedrohungen, Angriffe auf kritische Infrastruktur) hat die Sensibilität zusätzlich erhöht.
Und selbst wenn nicht „das ganze Land“ betroffen ist: Ein lokaler Ausfall reicht, um Alltag, Versorgung und Sicherheit massiv durcheinanderzubringen. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema nicht zu unterschätzen – sondern ruhig und pragmatisch vorzusorgen.

Wer Marc Elsbergs rund 800 Seiten starken, durchaus realistisch skizzierten Roman „Blackout – Morgen ist es zu spät“ (aus 2012) gelesen oder die Verfilmung gesehen hat, hat beim Begriff Blackout sofort Bilder im Kopf. Zivilschutz-Expert:innen betonen seit Jahren: Es geht weniger um „ob“, sondern um „wann“ – und wie gut wir als Haushalte vorbereitet sind.

Wir haben für dich zusammengefasst, was bei einem längeren Stromausfall passiert – und was du ganz konkret tun kannst.

Update Jänner 2026: Dieser Artikel wurde inhaltlich überarbeitet und um aktuelle Aspekte ergänzt.

Berlin, Jänner 2026: Mehrere Tage ohne Strom – mitten im Winter

In Berlin war es kein „theoretisches Blackout-Szenario“, sondern ein sehr greifbares Ereignis: Durch beschädigte Hochspannungskabel waren Teile der Stadt mehrere Tage ohne Strom. Reparaturen dauerten, weil die Schäden groß waren und Provisorien gebaut werden mussten.

Was das so deutlich macht: In einer Großstadt hängt fast alles am Strom – nicht nur Licht und WLAN. Bei vielen Menschen fielen Heizung/Steuerung, Aufzüge, Bankomaten, Teile der Kommunikation und die Versorgung im direkten Umfeld aus oder funktionierten nur eingeschränkt. Und genau das ist der Punkt: Du musst kein „Prepper“ sein – aber ein paar durchdachte Vorbereitungen entscheiden darüber, ob du drei Tage gelassen überstehst oder im Stress improvisieren musst.

INHALTSVERZECIHNIS

Strom weg – Kettenreaktion: Was passiert?

Wenn längere Zeit der Strom ausfällt, kommt es zu einer Kettenreaktion, bei der zunächst sämtliche Kommunikationskanäle nicht mehr funktionieren.

Die Wasserversorgung fällt ebenfalls rasch aus und nach wenigen Stunden bzw. ein bis zwei Tagen bricht auch die Lebensmittelversorgung zusammen.

Ohne Strom funktioniert kein Bargeldautomat mehr, die Zapfsäulen an Tankstellen geben keinen Sprit mehr her und damit kommt auch sukzessive der Individualverkehr zum Erliegen. Es sei denn, man fährt mit dem Fahrrad und vertraut auf seine Muskelkraft.

Die Notstromversorgung von Krankenhäusern läuft in der Regel über Dieselgeneratoren, aber wenn der alle ist, bricht auch die medizinische Versorgung in den Spitälern zusammen.

Ein Horrorszenario, das sich keiner von uns wirklich wünscht und dem man, zumindest im eigenen Haushalt, vorbeugen kann und muss.

Merke: Ein Stromausfall ist selten nur „dunkel“. Er zieht Ketten nach sich – je nach Region und Jahreszeit verschieden schnell:

  • Information & Kommunikation werden schwierig (Handynetz/Internet halten oft nicht „tagelang“ stabil).

  • Heizung und Warmwasser können ausfallen, weil Steuerungen und Pumpen Strom brauchen.

  • Wasser/Abwasser funktionieren in vielen Systemen nur begrenzte Zeit (Pumpen, Druck).

  • Einkaufen & Zahlen wird rasch zum Problem (Kassen, Kartenzahlung, Bankomaten).

  • Mobilität leidet (Tankstellen, E-Ladestellen, Ampeln, öffentlicher Verkehr).

Genau deshalb ist Vorsorge kein Drama – sondern eine Art „Notfall-Komfort“ für dich und deine Nachbarschaft.

Stromausfall

Der Staat hat vorgesorgt - Eigenverantwortung ist dennoch gefordert

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit einer Reihe von Organisationen Notfalls-Pläne erarbeitet – allen voran mit dem Österreichischen Bundesheer, dem Österreichischen Zivilschutzverband, den Ländern und Gemeinden.

Dennoch ist bei einem Blackout Jede und Jeder gefordert einen Beitrag zu leisten. Das beginnt bereits mit einer umfassenden Vorbereitung in den eigenen vier Wänden.

Die ersten 30–60 Minuten: Das hilft sofort

Wenn plötzlich alles aus ist, zählt zuerst Orientierung – nicht Aktionismus:

  1. Check: nur bei dir oder in der Straße? Blick aus dem Fenster, Stiegenhaus, Nachbar:innen.

  2. Sicherheit: Kerzen erst später. Zuerst Taschenlampe/Stirnlampe. Offenes Feuer nur, wenn du wirklich ruhig bist.

  3. Geräte schützen: Wenn möglich, empfindliche Geräte vom Netz nehmen (Überspannung beim Wiederhochfahren vermeiden).

  4. Kühlkette sichern: Kühlschrank/TK geschlossen halten – das gewinnt Stunden.

  5. Information: Radio (Kurbel-/Batterieradio, Autoradio). Online-News können weg sein.

  6. Wasser: Wenn du kannst, Wasser abfüllen (Töpfe, Flaschen, Kanister).

  7. Nachbarschaft: Kurz abklären, ob jemand Hilfe braucht (Alleinlebende, Pflegebedürftige, Menschen ohne ausreichende Vorräte).

  8. Plan: Treffpunkt/Abholpunkte in der Familie aktivieren (falls Telefon nicht geht).

Wenn der Strom plötzlich weg ist, hilft vor allem eins: ruhig bleiben und Schritt für Schritt vorgehen. Genau dafür haben wir eine kompakte Blackout-Checkliste erstellt – damit Du im Ernstfall nicht lange überlegen musst.
Du kannst sie ausdrucken und z. B. in der Küche oder beim Sicherungskasten ablegen – oder als PDF am Handy speichern.

10 Tipps wie du dich auf einen Blackout vorbereiten kannst

Hier findest du eine Übersicht, wie du dich auf den Ernstfall vorbereiten und für einen krisenfesten Haushalt sorgen kannst: Am besten kannst du dich vorbereiten, indem du planst, als wolltest du einen „vierzehntägigen Campingurlaub in den eigenen vier Wänden“ durchführen – so denkst du an alles, was du ganz individuell für dich und deine Familie benötigst.

1. Abstimmung in der Familie

Wer sind die Personen, die bei einem Blackout einander helfen werden bzw. auf Hilfe angewiesen sind? Besprich jetzt schon mit deinen Familienmitgliedern das Verhalten in einer Blackout-Situation (z.B. wo trifft man sich, wenn die Telefone nicht funktionieren, wer holt wen ab, wer kümmert sich um die Familienmitglieder, die hilfebedürftig sind (Kinder oder pflegebedürftige Personen), etc.).

Welche Personen außerhalb der Familie (Nachbarn, Freunde, etc.) könnten zusammenhelfen bzw. wer in der Umgebung könnte sonst noch Hilfe benötigen?

▶︎ Lege eine analoge Kontaktliste an (Papier!) und einen fixen Treffpunkt in der Nähe – falls Telefon/WhatsApp nicht funktionieren.

2. Vorräte anlegen: Lebensmittel und Getränke

Sorge für einen Getränkevorrat (Mineralwasser, Fruchtsäfte) sowie einen Lebensmittelvorrat für alle Familienmitglieder und das für mindestens 14 Tage. Zumeist wird der Getränkevorrat unterschätzt. Experten raten, 35 Liter pro Person vorrätig zu halten.

Macht ein gemeinsames Brainstorming, welche Nahrung die Familie braucht (Diabetikerinnen/Diabetiker, Baby, Haustiere etc.). Achtung bei verderblichen Produkten: Entweder man verbraucht die eingelagerten Lebensmittel regelmäßig und ersetzt diese regelmäßig oder man legt sich einen speziellen Katastrophenschutzvorrat an. Dieser sollte kühl, trocken und vor Ungeziefer geschützt verstaut und im Idealfall jährlich überprüft werden (zB Kontrolle des Ablaufdatums, Beschädigungen etc.).

Der Inhalt der Tiefkühltruhe sollte nicht als Vorrat verwendet werden, da beim Stromausfall verderbliche Lebensmittel nicht mehr gekühlt werden können und dann rasch aufgebraucht werden müssen.

▶︎ Denk an Lebensmittel, die ohne Kochen gehen (z. B. Brot/Knäckebrot, Aufstriche, Nüsse, Konserven) – und an Dosenöffner.

Lebensmittel für Blackout

3. Beleuchtung

Da bei einem Blackout die Beleuchtung ohne Pufferbatterie oder Notstromaggregat sofort ausfällt, benötigt man Alternativen: Kerzen, Zünder, Feuerzeug, Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Petroleumleuchte.

Sicherheitshinweis: beachte, dass der ungewohnte Umgang mit offenem Feuer zu Bränden führen kann. Gehe entsprechend vorsichtig damit um.

4. Alternative Kochmöglichkeit

Trockenspiritus oder Brennspiritus, Campingkocher, Fonduekocher sind Möglichkeiten, um warme Speisen und Getränke zubereiten zu können. Auch an dieser Stelle ein Sicherheitshinweis: beachte, dass der ungewohnte Umgang mit offenem Feuer zu Bränden führen kann. Gehe entsprechend vorsichtig damit um.

5. Radio-Empfang

Ein wesentlicher Informationskanal, der Behörden und Einsatzkräfte für die Bevölkerung läuft über Radiokanäle. Daher besorge dir ein Kurbelradio oder Batterieradio mit Ersatzbatterien für den Blackout Fall. Auch das Autoradio sollte genutzt werden. Daher sollte der Tank immer zur Hälfte voll sein. 

▶︎ Powerbanks sind hilfreich – aber für echte Lageinfos ist Radio oft der verlässlichste Kanal.

6. Erste Hilfe – Zivilschutzapotheke

Lege dir für den Ernstfall ausreichend Verbandsmaterial auf Lager, bedenke, dass du eventuell wichtige und persönlich verschriebene Medikamente benötigst, die vorrätig sein sollten.

7. Bargeld

Bei einem Stromausfall funktionieren weder Geldautomaten noch elektronische Kassen. Banken werden, wenn überhaupt nur kurze Zeit ihre Schalter öffnen. Bargeld solltest du daher in ausreichender Höhe zuhause vorrätig haben.

Die Österreichische Nationalbank empfiehlt, die Höhe eines doppelten Wocheneinkaufs des täglichen Lebens bzw. bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied in niedrigen Stückelungen gut gesichert aufzubewahren. So bist du auch bei einem längeren Ausfall der elektronischen Zahlungsmöglichkeiten liquide.

Notfall Kit

8. Hygieneartikel

Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Toilettenpapier, Taschentücher, Vollwaschmittel, Müllbeutel, Putzmittel etc. sollten ausreichend vorhanden sein, denn Drogerie- und Supermärkte können ihren Betrieb nicht lange offen halten.

9. Notstromversorgung

Notstromaggregate gibt es mit unterschiedlicher Leistung von weniger als einem Kilowatt bis zu mehreren hundert Kilowatt. Sie liefern jedoch nur Strom, solange ausreichend Treibstoff vorhanden ist.

Sicherheitshinweis: beachte, dass die unsachgemäße Lagerung von Treibstoff zu Bränden bzw. Explosionen führen kann. Gehe entsprechend vorsichtig damit um und halte dich an die Sicherheitsvorschriften.

▶︎ Generatoren dürfen nie in Innenräumen/Balkon laufen (Abgase/CO-Gefahr). Wenn überhaupt, dann nur fachgerecht und im Freien.

10. Alternative Heizmöglichkeiten

Strom weg bedeutet in der Regel auch das Aus bei der Steuerung von Gas- und sonstigen Zentralheizungen.

Alternative Heizgeräte, die mit Petroleum oder Flaschengas betrieben werden, Kachelöfen, Kaminöfen die mit Holz befeuert werden usw.  machen hier Sinn. Sie alle solltest du ordnungsgemäß bedienen können, setzt dich schon jetzt damit auseinander.

Schlafsäcke, Decken und warme Kleidung solltest du aber in jedem Falle griffbereit haben.

▶︎ Pragmatisch ist auch die Ein-Raum-Strategie: einen Raum warm halten, Türen schließen, Decken/Schlafsäcke griffbereit.

Heizen im Blackout

Was, wenn der Blackout vorbei ist?

Auch wenn alles wieder funktioniert, wird es dauern, bis Normalität eintritt.

Was genau alles in Folge eines Blackouts passieren wird, weiß niemand. Sicher ist aber, dass wir nicht mehr so schnell zur gewohnten „Alltags-Routine“ zurückkehren werden.

Wichtig ist, dass wir eine solche Krise nur gemeinsam bewältigen können und dass es auf jede Einzelne, jeden Einzelnen von uns ankommt, um die schwerwiegenden Folgen eines Blackouts zu meistern.

Das beginnt bei der Vorsorge und setzt sich beim Zusammenhelfen in der Krise fort. Selbstorganisation in der Nachbarschaft und in der Gemeinde sind dann gefragt!

Wenn der Strom wieder da ist: 10-Minuten-Check

  • Warte kurz, bevor du alles gleichzeitig einschaltest (Überlastung vermeiden).

  • Prüfe Heizung/Warmwasser und beobachte die nächsten Stunden.

  • Kühlschrank/TK: Verdächtige Lebensmittel entsorgen (im Zweifel lieber sicher).

  • Wasser: Kurz laufen lassen, bis es klar/normal ist (regional abhängig).

  • Ladegeräte/Powerbanks wieder auffüllen.

  • Notiere dir: Was hat gefehlt? (Batterien, Wasser, Licht, Medikamente) – und fülle gezielt nach.

  • Sprich mit Nachbar:innen: Was hat funktioniert? Was braucht eure Hausgemeinschaft beim nächsten Mal?

Vorsorge und Eigenverantwortung

Ein echter Blackout ist ein massives Sicherheitsrisiko – mit Folgen, die für viele Menschen kaum zu überschauen sind.

Entscheidend für die Bewältigung eines Blackouts ist, dass die Bevölkerung selbst vorgesorgt hat und richtig handelt. Wie stark ein Blackout unser Leben in Mitleidenschaft zieht, hängt letztlich auch von uns selbst ab.

Jörg Schaden

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