Viele Menschen freuen sich auf die vermutlich schönste Zeit des Jahres. Doch ausgerechnet im Urlaub passieren viele gesundheitliche Missgeschicke, die mit etwas Vorbereitung leicht vermeidbar wären. Nicht exotische Tropenkrankheiten sind dabei das größte Problem. Reisemediziner sehen viel häufiger Sonnenstiche, Dehydrierung, Magen-Darm-Infektionen, Thrombosen, Insektenstiche oder Schwierigkeiten mit regelmäßig eingenommenen Medikamenten.
Die gute Nachricht: Die meisten dieser Probleme lassen sich vermeiden. Wer einige Grundregeln beherzigt, erhöht die Chancen auf einen erholsamen Urlaub erheblich.
Dieser Beitrag stammt von Dr. Peter Lechleitner, der für Wir BestAger regelmäßig medizinische Zusammenhänge verständlich und praxisnah erklärt.
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INHALTSVERZEICHNIS
Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner
war mehr als 40 Jahre als Internist und Kardiologe in Klinik, Forschung und Intensivmedizin tätig. Sein Zugang zu Gesundheit ist wissenschaftlich fundiert, kritisch gegenüber manchem Hype und zugleich offen für sinnvolle Ergänzungen mit Augenmaß.
Neben seiner medizinischen Laufbahn ist er Autor, Musiker und Maler. Aktuell schreibt er an seinem zweiten Buch „Gesundheitskompromiss – Perfektion ist der Feind des Guten: Wie Sie ohne Verlust von Lebensqualität gesund bleiben können“.
Wir freuen uns sehr, dass er sein neues Buch bei Wir BestAger vorstellt und uns als medizinischer Experte begleitet.
Im ausführlichen Interview erfährst du mehr über den Arzt und vielseitigen Mann, auch bekannt als „Peter Doc“.
Reisevorbereitung: Impfungen, Gesundheitscheck und Versicherung
Die Reise beginnt nicht am Flughafen
Wer in ferne Länder reist, sollte sich vier bis sechs Wochen vor Reisebeginn über notwendige Impfungen und gesundheitliche Besonderheiten informieren. Manche Impfungen benötigen mehrere Dosen oder entfalten ihre Schutzwirkung erst nach einigen Wochen.
Das Wichtigste bei Impfungen: Ein Standardimpfschutz, der auch außerhalb des Urlaubs notwendig ist, sollte vorhanden sein. Wenn nicht, wäre die Reisevorbereitung eine gute Gelegenheit, den Impfschutz beim Hausarzt überprüfen zu lassen.
Für BestAger nicht zu vergessen: Influenza, Pneumokokken, Herpes zoster, Hepatitis A und B sowie Covid-19 gehören zusätzlich zur Vierfachimpfung gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus und Polio zu einem guten Standard. Auch der Schutz gegen FSME und Masern sollte überprüft werden. Wenn größere Impflücken bestehen, sollte zumindest gemeinsam mit dem Hausarzt ein Impfplan erstellt werden.
Spezielle Reiseimpfungen und andere Vorsorgemaßnahmen – etwa zu Typhus, Cholera, Malaria, Dengue, Chikungunya, Gelbfieber, Japanischer Enzephalitis oder Meningokokken – richten sich nach dem jeweiligen Reiseziel. Informationen dazu bietet die Plattform Gesundheit.gv.at unter „Gesund auf Reisen“. Dort findet sich auch ein Vorschlag für die Reiseapotheke. Beratung bietet außerdem das Institut für Reise- und Tropenmedizin Wien unter tropeninstitut.at.
Gesundheitscheck bei chronischen Erkrankungen
Ebenso wichtig ist ein kurzer Gesundheitscheck bei chronischen Erkrankungen. Herzpatienten, Diabetiker, Asthmatiker, Allergiker oder Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion profitieren oft von einer individuellen Beratung.
Dabei können auch Besonderheiten wie große Höhen, tropisches Klima oder Zeitverschiebungen berücksichtigt werden.
Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Blutdruck und Medikamente vor der Abreise gut eingestellt sein. Warum ein erhöhter Blutdruck auch ohne Beschwerden ernst genommen werden sollte, erklärt Dr. Peter Lechleitner im Beitrag Bluthochdruck: Risikofaktor Nummer 1.
Auslandskrankenversicherung nicht vergessen
Eine Auslandskrankenversicherung mit medizinischem Rücktransport gehört heute praktisch zur Grundausstattung jeder Fernreise. Ein Rückflug mit Intensivbetreuung kann im Ernstfall einen finanziellen Supergau bedeuten.
Kreditkartenunternehmen und Autofahrerclubs bieten solche Versicherungsleistungen häufig ebenfalls an. Die jeweiligen Bedingungen und Deckungssummen sollten jedoch vor Reiseantritt genau geprüft werden.
Medikamente und medizinische Unterlagen richtig vorbereiten
Viele Reisende denken an Badehose und Sonnencreme, vergessen aber ihre Medikamente oder transportieren sie im aufgegebenen Koffer. Geht dieser verloren, beginnt der Urlaub häufig mit der Suche nach Ersatz.
Dauermedikamente gehören grundsätzlich ins Handgepäck – möglichst in ausreichender Menge für einige zusätzliche Urlaubstage. Empfehlenswert sind Originalverpackungen sowie eine Medikamentenliste mit den Wirkstoffnamen. Eine solche Liste stellt der Hausarzt in der Regel gerne aus.
Gerade im Ausland unterscheiden sich Handelsnamen häufig erheblich. In ärmeren Ländern der Welt werden zudem nicht selten Medikamentenfälschungen angeboten. Deshalb sollte immer auf Originalverpackungen geachtet werden.
Chronisch Kranke sowie Personen, die vor Kurzem im Krankenhaus oder im niedergelassenen Bereich behandelt wurden, sollten unbedingt einen Arztbrief mitnehmen. Am besten wird dieser bereits vor der Reise ins Englische übersetzt, beispielsweise mithilfe einer Übersetzungs-App.
Der im Ausland behandelnde Arzt benötigt möglichst genaue Vorinformationen. Das ist oft die halbe Miete und kann zusätzliche Untersuchungen und damit verbundene Kosten vermeiden.
Medikamente vor Hitze schützen
Oft wird vergessen, dass Hitze Arzneimittel verändern kann. Insulin, sogenannte Biologika oder manche Augentropfen vertragen hohe Temperaturen schlecht. Auch ein im Auto zurückgelassenes Medikament kann innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar werden.
Medikamente sollten jedoch niemals wegen Hitze, Durchfall oder anderer Beschwerden eigenmächtig abgesetzt werden. Im Zweifelsfall ist ärztlicher Rat notwendig.
Fliegen, Thrombose und Jetlag
Fliegen belastet den Körper
Im Flugzeug herrscht ein Kabinenklima wie in etwa 2.000 Metern Seehöhe. Der Sauerstoffgehalt ist niedriger, die Luft ausgesprochen trocken. Dadurch verliert der Körper Flüssigkeit, Schleimhäute trocknen aus und manche Menschen fühlen sich ungewohnt müde.
Infekte im oberen Atemwegsbereich können den notwendigen Druckausgleich erheblich beeinträchtigen. In diesem Fall sollte vor dem Flug ein Arzt konsultiert werden.
Für Herz- und Lungenkranke gilt als Orientierung: Ein Stockwerk sollte ohne Beschwerden und ohne Stehenbleiben bewältigt werden können. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Untersuchung beim Hausarzt inklusive Messung der Sauerstoffsättigung.
Während des Fluges sollte ausreichend getrunken werden. Alkohol ist nur in kleinen Mengen empfehlenswert. Auf längeren Flügen ist es wichtig, regelmäßig aufzustehen. Schon einfache Fußübungen verbessern die Durchblutung erheblich.
Bei Langstreckenflügen über acht Stunden steigt die Thrombosegefahr, vor allem dann, wenn Schlaftabletten eingenommen werden. Wer Krampfadern hat oder bereits einmal eine Thrombose hatte, sollte mit dem Hausarzt über Stützstrümpfe und gegebenenfalls eine kurzzeitige Blutverdünnung sprechen.
Jetlag: Wenn der Körper noch nicht angekommen ist
Schon eine Zeitverschiebung von drei bis vier Stunden kann den biologischen Rhythmus erheblich stören.
Typische Beschwerden sind:
- Schlafstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Verdauungsbeschwerden
- verminderte Leistungsfähigkeit
- erhöhte Unfallgefahr
Nach Osten fällt die Anpassung meist schwerer als nach Westen.
Hilfreich ist es, bereits einige Tage vor der Abreise den Schlafrhythmus leicht anzupassen. Nach der Ankunft sollte möglichst viel Tageslicht genutzt werden. Außerdem sind ausreichendes Trinken, der Verzicht auf Alkohol am ersten Reisetag und kurze Mittagsschläfchen statt stundenlangem Schlaf empfehlenswert.
Schlafmittel sollten nur ausnahmsweise und nach ärztlicher Empfehlung verwendet werden. Prophylaktische Medikamente sind meist nicht erforderlich. Bei langen Flügen nach Osten kann gegebenenfalls Melatonin in einer Dosierung von 0,5 bis 3 Milligramm erwogen werden.
Hitze, Sonne und Klimawandel
Hitze wird häufig unterschätzt
Extreme Temperaturen werden im Zuge des Klimawandels zunehmend zum Gesundheitsproblem. Der Körper verliert über den Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe.
Vor allem ältere Menschen verspüren Durst oft erst spät. Wer wartet, bis er durstig ist, hat häufig bereits Flüssigkeit verloren. Deshalb sollte regelmäßig getrunken werden – am besten Wasser oder mineralstoffreiche Getränke.
Besondere Vorsicht ist bei bestimmten Medikamenten geboten. Entwässerungsmittel, manche Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Neuroleptika können die Wärmeregulation beeinträchtigen. Auch Alkohol verstärkt den Flüssigkeitsverlust erheblich.
Wer Schwindel, Muskelkrämpfe, starke Müdigkeit oder Verwirrtheit bemerkt, sollte sofort Schatten aufsuchen, trinken und sich abkühlen. Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Weitere Tipps zum richtigen Verhalten bei großer Hitze findest du in folgenden Wir BestAger Beiträgen:
🔗 https://wir-bestager.jetzt/was-tun-bei-hitze/
🔗 https://wir-bestager.jetzt/hitzeschutz-ab-50/
🔗 https://wir-bestager.jetzt/hitzewelle-rollt-an/
Sonne mit Maß genießen
Sonnenbrand ist nicht harmlos. Jeder schwere Sonnenbrand erhöht langfristig das Hautkrebsrisiko.
Schatten während der Mittagsstunden, Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gehören daher ebenso selbstverständlich zum Urlaub wie die Badebekleidung.
Sonnenschutzmittel halten nicht den ganzen Tag. Regelmäßiges und großzügiges Nachcremen ist notwendig.
Manche Medikamente machen die Haut deutlich empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Dazu gehören verschiedene Antibiotika, Johanniskraut, entwässernde Medikamente und einige Rheumatherapeutika.
Reisen im Zeitalter des Klimawandels
Der Klimawandel verändert auch die Reisemedizin. Hitzewellen, Waldbrände, Luftverschmutzung und neu auftretende Infektionskrankheiten treten in vielen beliebten Urlaubsländern häufiger auf als noch vor wenigen Jahren.
Vor Reiseantritt lohnt sich deshalb ein Blick auf Wetterprognosen, UV-Index und Luftqualitätsdaten. Wer an Asthma, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte Regionen mit hoher Feinstaubbelastung oder aktiven Waldbränden möglichst meiden.
Extreme Hitze erhöht nicht nur das Risiko für Hitzschlag und Kreislaufprobleme, sondern kann auch Herzinfarkte, Schlaganfälle und Störungen der Nierenfunktion begünstigen. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Schwangere sollten körperliche Aktivitäten während der heißesten Tagesstunden vermeiden.
Auch Zecken und Mücken breiten sich durch steigende Temperaturen zunehmend in Regionen aus, die früher als unproblematisch galten. Dadurch nehmen Erkrankungen wie Dengue-Fieber, West-Nil-Fieber oder FSME in manchen Gebieten zu.
Reisende sollten sich daher nicht ausschließlich auf klassische Tropenkarten verlassen, sondern aktuelle reisemedizinische Empfehlungen beachten.
Reisedurchfall, Mücken und andere Infektionsrisiken
Der häufigste Reisegast heißt Durchfall
Die klassische Reisediarrhö trifft je nach Reiseziel bis zu jeden dritten Urlauber.
Der beste Schutz bleibt einfach:
„Cook it, peel it or forget it.“
Gut durchgegarte Speisen sind deutlich sicherer als rohe Lebensmittel. Obst sollte möglichst selbst geschält werden. Leitungswasser ist je nach Reiseland kritisch zu beurteilen. Auch Eiswürfel dürfen nicht unterschätzt werden. Kommt es dennoch zu Durchfall, steht der Flüssigkeitsersatz an erster Stelle. Elektrolytlösungen gehören deshalb in jede Reiseapotheke.
Medikamente gegen Durchfall können kurzfristig hilfreich sein, ersetzen aber nicht ausreichendes Trinken.
Mücken sind gefährlicher als Raubtiere
Die meisten Menschen fürchten Schlangen oder Haie. Tatsächlich verursachen Mücken weltweit weitaus mehr Todesfälle. Sie übertragen unter anderem Malaria, Dengue, Chikungunya, Gelbfieber oder Zika.
Der beste Schutz besteht darin, Stiche zu vermeiden:
- helle Kleidung tragen
- am Abend lange Ärmel und lange Hosen wählen
- Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin verwenden
- in Risikogebieten unter Moskitonetzen schlafen
Nicht jedes Fernreiseziel benötigt eine Malariaprophylaxe – bei manchen Reisezielen ist sie dagegen unbedingt erforderlich. Hier lohnt sich eine individuelle reisemedizinische Beratung.
Warnzeichen und medizinische Notfälle im Urlaub
Nicht jedes Unwohlsein ist gefährlich. Bestimmte Beschwerden müssen jedoch rasch medizinisch abgeklärt werden.
Alarmzeichen sind:
- hohes oder anhaltendes Fieber, eventuell mit kognitiver Beeinträchtigung
- blutiger Durchfall
- Brustschmerzen oder Atemnot
- starke Austrocknung
- Bewusstseinsstörungen
- anhaltendes Erbrechen
- Krampfanfälle
Ein wichtiger Merksatz der Tropenmedizin lautet:
Jedes Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet ist so lange Malaria, bis das Gegenteil bewiesen wurde.
Hier zählt jeder Tag. Bei hohem Fieber mit kognitiver Beeinträchtigung zählt jede Stunde.
Auch nach der Rückkehr sollte beim Arztbesuch unbedingt auf die vorangegangene Reise und das besuchte Land hingewiesen werden.
Reiseapotheke, Smartphone und Checkliste vor der Abreise
Was in die Reiseapotheke gehört
Der genaue Inhalt der Reiseapotheke hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und dem persönlichen Gesundheitszustand ab. Zur Grundausstattung gehören:
- persönliche Dauermedikamente
- Schmerz- und Fiebermittel
- Elektrolytpulver
- Medikament gegen Durchfall
- Mittel gegen Übelkeit
- Desinfektionsmittel
- Pflaster und sterile Wundauflagen
- elastische Binde
- Fieberthermometer
- Pinzette und kleine Schere
- Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50+
- Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin
- Gel gegen Insektenstiche
- Antihistaminikum bei Allergien
- Blasenpflaster
- Augentropfen bei trockenen Augen
- Handdesinfektionsmittel
Das Smartphone als medizinischer Reisebegleiter
Das Handy ist heute weit mehr als Navigationsgerät und Kamera.
Sinnvoll gespeichert oder digital verfügbar sind:
- elektronischer Impfpass
- e-card: Checklist zur Erstellung zum download
- digitaler Medikamentenplan
- Kopien von Reisepass und Versicherungsunterlagen
- Notfallkontakte
- Informationen zu Blutgruppe und Allergien
- Übersetzungs-App für medizinische Begriffe
- Offline-Karten für Regionen ohne Mobilfunkempfang
- Telefonnummern der Botschaft oder des Konsulats
Eine kleine Powerbank gehört daher beinahe schon zur modernen Reiseapotheke.
Da Telefonieren und mobile Daten in fernen Ländern teuer werden können, kann eine elektronische SIM-Karte, eine sogenannte eSIM, auf das Handy geladen werden. Das verursacht meist geringe Kosten und kann einen großen praktischen Nutzen haben.
Checkliste vor der Abreise
Reisepass und Versicherungsunterlagen kontrollieren
☐ Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abschließen
☐ Impfstatus überprüfen
☐ Ausreichend Dauermedikamente einpacken
☐ Medikamentenliste und ärztliche Bescheinigung mitnehmen
☐ Reiseapotheke ergänzen
☐ Sonnenschutz und Insektenschutz besorgen
☐ Informationen zu Trinkwasser und Lebensmittelsicherheit einholen
☐ Notrufnummern und Adressen medizinischer Einrichtungen am Urlaubsort speichern
☐ Ausreichend Zeit für die Akklimatisation bei großer Hitze oder Höhenaufenthalten einplanen
Häufige Fehler, medizinische Irrtümer und zehn Regeln
Die häufigsten Fehler von Urlaubsreisenden
- Den Impfstatus erst wenige Tage vor der Abreise kontrollieren.
- Medikamente im aufgegebenen Koffer transportieren.
- Zu wenig trinken – besonders während des Fluges.
- Sonnenschutz erst nach einem Sonnenbrand verwenden.
- Leitungswasser oder Eiswürfel bedenkenlos konsumieren.
- Mückenschutz erst anwenden, wenn bereits ein Stich erfolgt ist.
- Medikamente wegen Hitze oder Durchfall eigenmächtig absetzen.
- Bei Fieber nach einer Tropenreise zu lange mit dem Arztbesuch warten.
- Keine Auslandskrankenversicherung abschließen.
- Die Reiseapotheke erst am Urlaubsort kaufen wollen.
Die häufigsten medizinischen Irrtümer im Urlaub
„Ein bisschen Sonnenbrand ist gesund.“
Nein. Jeder Sonnenbrand erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs.
„Klimaanlagen machen krank.“
Nicht die Klimaanlage selbst, sondern schlecht gewartete Anlagen oder starke Temperaturunterschiede können Beschwerden verursachen.
„Durchfall braucht sofort ein Antibiotikum.“
In den meisten Fällen nicht. Entscheidend sind Flüssigkeits- und Elektrolytersatz. Antibiotika sind nur in bestimmten Situationen sinnvoll.
„Mückenschutz braucht man erst am Abend.“
Nicht immer. Dengue-Mücken stechen bevorzugt tagsüber.
„Alkohol desinfiziert den Magen.“
Dieser Irrtum hält sich hartnäckig. Besser gilt weiterhin: „Peel it, boil it or forget it.“
Zehn Regeln für gesunde Ferien
- Impfstatus rechtzeitig kontrollieren.
- Medikamente immer ins Handgepäck geben.
- Viel trinken – besonders im Flugzeug.
- Die Mittagshitze meiden.
- Sonnenschutz großzügig und regelmäßig anwenden.
- Lebensmittel bewusst auswählen.
- Mückenschutz konsequent verwenden.
- Kleine Wunden sofort reinigen und desinfizieren.
- Bei Fieber nach einer Tropenreise rasch ärztliche Hilfe suchen.
- Den Urlaub nicht bis zur letzten Minute verplanen – Erholung braucht auch Pausen.
Eine gute Reisevorbereitung dient nicht nur dazu, akute Probleme zu vermeiden. Sie trägt auch dazu bei, Gesundheit, Beweglichkeit und Selbstständigkeit langfristig zu erhalten. Mit der Frage, welche Faktoren ein langes und gesundes Leben unterstützen, beschäftigt sich Dr. Peter Lechleitner auch im Beitrag Langlebigkeit und Longevity.
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