Wer unerwartet die Pflege eines Angehörigen übernehmen muss, steht häufig erst einmal vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Was hilft in dieser Situation? Pflegeexpertin Simone hat dazu zehn praktische Empfehlungen zusammengestellt.
Ob der Partner an einer Demenz erkrankt, der Vater altersbedingt immer mehr Unterstützung benötigt oder ein Schlaganfall das Leben der Mutter plötzlich verändert – Angehörige, meist Kinder, Partner oder Geschwister, sind dann besonders gefordert.
„Viele fühlen sich zunächst hilflos und überlastet“, erklärt Simone, Pflegeberaterin bei ProVita. Das sei verständlich: „Neben der Sorge um den geliebten Menschen prasselt auch viel Bürokratie auf einen ein.“ Darum hat sie ihre wichtigsten Ratschläge für Betroffene in Deutschland zusammengefasst.
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Über ProVita
ProVita Alltagsassistenz unterstützt Senioren und pflegebedürftige Menschen in Deutschland dabei, sicher, selbstbestimmt und gut begleitet in den eigenen vier Wänden zu leben. Als erfahrener Dienstleister kombinieren wir moderne Notruflösungen mit persönlicher Unterstützung in Hilfesituationen – zuverlässig, menschlich und rund um die Uhr erreichbar. Angehörige gewinnen Entlastung und Sicherheit, während unsere Kundinnen und Kunden ein Maximum an Freiheit und Lebensqualität behalten.
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Pflegestützpunkte als erste Anlaufstelle
Eine Pflegesituation zu organisieren, ist komplex – aber niemand muss allein damit fertigwerden. „Es gibt zahlreiche Hilfen“, betont Simone, die schon seit Jahrzehnten im Gesundheitswesen arbeitet. Die beste Übersicht über Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten bietet eine kostenlose Pflegeberatung. Adressen von Pflegestützpunkten oder Beratungsstellen finden Angehörige in ihrer Nähe. „Gerade zu Beginn bekommt man dort einen guten Überblick über alles, was relevant ist.“
Auch ProVita führt regelmäßig Beratungen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige durch. „Dabei geht es vor allem darum, die häusliche Pflege langfristig zu sichern und rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.“
Kranken- und Pflegekasse informieren
Sowohl pflegebedürftige Personen als auch pflegende Angehörige sollten frühzeitig ihre Kranken- und Pflegekasse kontaktieren. „Dort erfährt man, welche Formulare wichtig sind und welche Leistungen beantragt werden können“, erläutert Simone. Oft braucht es etwas Geduld am Telefon, weshalb eine Pflegeberatung häufig der schnellere Weg zur Auskunft ist.
Pflegegrad realistisch beantragen, Unterlagen sorgfältig lesen
Um Leistungen zu erhalten, muss ein Pflegegrad beantragt werden. Das entsprechende Formular ist umfangreich, weshalb Unterstützung durch eine Pflegeberatung sinnvoll ist. Anschließend überprüft ein Gutachter des Medizinischen Dienstes den individuellen Pflegebedarf. „Hier sollte man offen und ehrlich schildern, wie der Alltag wirklich aussieht“, rät Simone. Übertreibungen bringen nichts – erfahrene Gutachter erkennen das sofort.
Nach Bewilligung des Pflegegrades erhalten Pflegebedürftige regelmäßig Schreiben der Pflegekasse. Diese enthalten wichtige Informationen zu Leistungen und Pflichten. Viele lesen die Schreiben jedoch nicht vollständig.
„Ich verstehe das – die Texte sind oft schwer verständlich“, sagt Simone. Dennoch ist es wichtig, sie ernst zu nehmen. Bei Unklarheiten hilft eine Pflegeberatung weiter. Werden die verpflichtenden Beratungsbesuche nach § 37.3 nicht wahrgenommen, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder streichen.
Leistungen der Pflegekasse nutzen, Hilfsmittel schützen die Gesundheit
Viele Betroffene wissen nicht, auf welche Mittel sie Anspruch haben – oder lehnen Leistungen aus Unsicherheit oder Bescheidenheit ab. „Das ist schade, denn gerade diese Hilfen ermöglichen es vielen, länger zu Hause zu leben“, erklärt Simone. Bei jeder Beratung stellt sie daher genau dar, welche Angebote ab dem jeweiligen Pflegegrad genutzt werden können.
Manche lehnen empfohlene Hilfsmittel ab, weil sie diese mit Altersschwäche verbinden. „Dabei verhindern sie oft schwere Verletzungen und fördern die Selbstständigkeit“, betont Simone. Ein Beispiel: Rollatoren reduzieren das Sturzrisiko erheblich.
Viele Hilfsmittel sowie notwendige Umbauten in der Wohnung werden von der Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro bezuschusst.
Fachleute überzeugen besser
Häufig kennen Angehörige den Bedarf gut, stoßen aber auf Widerstand. Betroffene fühlen sich schnell bevormundet. „Wenn die Empfehlung von einer neutralen Fachperson kommt, wird sie meist eher akzeptiert“, sagt Simone. Darum kann eine Pflegeberatung helfen, Maßnahmen leichter durchzusetzen.
Ein Notrufgerät als wichtigstes Hilfsmittel
Bei Stürzen oder akuter Schwäche ist schnelle Hilfe entscheidend. „Ein Notrufknopf oder eine Notrufuhr kann Leben retten“, so Simone. Notrufgeräte eignen sich nicht nur für Menschen mit Pflegegrad – jeder kann plötzlich in eine Notlage geraten, besonders im Haushalt.
Pausen einplanen und Unterstützung annehmen, Rentenpunkte und Steuervorteile nutzen
Pflege kostet Kraft. Umso wichtiger sind regelmäßige Auszeiten. Kurzzeit- und Verhinderungspflege bieten ein jährliches Budget von 3.539 Euro, um Ersatzpflege zu finanzieren. Eine Alltagsassistenz – etwa für Haushalt oder Einkäufe – kann über den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro bezahlt werden. „Niemand muss alles allein schaffen“, betont Simone. Auch Gespräche mit Freunden, Selbsthilfegruppen oder Psychologen können entlasten.
Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren, können Rentenpunkte erhalten, wenn sie mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen. Wichtig ist, dies der Pflegekasse mitzuteilen und das entsprechende Formular auszufüllen. Außerdem können pflegende Angehörige bestimmte Kosten steuerlich geltend machen – hier lohnt sich Beratung durch eine Fachperson.
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Social Media Management, Digitale BestAger Trainerin. Ich mag es, Neues zu lernen, etwas aufzubauen. Ich mag Veränderung.
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