Warum du die kommenden heißen Tage ernst nehmen solltest
Stand: 17. Juni 2026. In Österreich und Deutschland stellt sich das Wetter gerade deutlich um: Ab Donnerstag, 18. Juni 2026, wird es in vielen Regionen hochsommerlich heiß: die Hitzewelle rollt. Für mich persönlich ein echtes Problem – schon ab rund 27 Grad streikt mein Körper. Alle Aktivitäeten außer Haus sind nur früh am Morgen und später am Abend möglich.
In Österreich werden laut GeoSphere Austria ab Mittwoch Temperaturen von 30 Grad und mehr erwartet; am Freitag können besonders in städtischen Bereichen bis zu 35 Grad erreicht werden. Dazu kommen lokale Wärmegewitter, vor allem im Bergland und südlich des Alpenhauptkamms. Kurier
Auch Deutschland steuert auf eine markante Hitzephase zu. Laut Deutschem Wetterdienst, zitiert von dpa, beginnt am Donnerstag eine Phase mit starker Wärmebelastung. Im Südwesten sind am Donnerstag bis 36 Grad, am Freitag sogar bis 38 Grad möglich. In Teilen Deutschlands kann es schwül werden, dazu steigt die Gefahr von Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. WELT
Das klingt sehr nach Sommer – ist für den Körper aber eine echte Belastungsprobe. Vor allem dann, wenn die Hitze mehrere Tage anhält, die Nächte nicht mehr richtig abkühlen und man in einer Stadtwohnung lebt, die sich tagsüber stark aufheizt.
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Warum Hitze ab 50 besonders ernst zu nehmen ist
Hitze betrifft nicht nur hochbetagte oder kranke Menschen. Auch wer fit, aktiv und gut trainiert ist, kann bei 33, 35 oder mehr Grad schnell an Grenzen kommen. Der Körper muss mehr leisten, um die Temperatur stabil zu halten: Die Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck kann sinken, man schwitzt stärker und verliert Flüssigkeit sowie Elektrolyte.
Hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt diese Belastung zusätzlich, weil der Schweiß schlechter verdunstet und der Körper weniger gut abkühlen kann. gesundheit.gv.at
Mit zunehmendem Alter verändert sich außerdem oft das Durstgefühl. Man merkt später, dass Flüssigkeit fehlt. Dazu kommen Medikamente wie Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel oder Betablocker, die bei Hitze eine Rolle spielen können. Die AGES weist darauf hin, dass ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Herz-Kreislauf- oder psychischen Erkrankungen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität bei Hitzewellen besonders anfällig sind. AGES
Wichtig ist daher: Hitzeschutz ist keine Frage von Schwäche, sondern von kluger Vorbereitung.
10 Tipps, wie du gut durch die Hitzewelle kommst
1. Plane den Tag nach der Temperatur, nicht nach der Uhr
Erledigungen, Einkäufe, Wege zur Apotheke oder Gartenarbeit gehören jetzt in die frühen Morgenstunden. Wenn möglich, meide die heißeste Tageszeit zwischen späten Vormittag und spätem Nachmittag.
Das deutsche Gesundheitsportal „Klima Mensch Gesundheit“ empfiehlt, körperliche Aktivitäten und Termine während einer Hitzewelle in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen.
Klima Mensch Gesundheit
2. Halte deine Wohnung tagsüber konsequent geschlossen
Klingt banal, ist aber entscheidend: Fenster tagsüber geschlossen halten, abdunkeln, Außenjalousien oder Vorhänge nutzen. Gelüftet wird dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen – also frühmorgens, spätabends oder nachts.
3. Trinke bewusst – nicht erst, wenn du Durst hast
Bei Hitze reicht „ich trinke eh, wenn ich Durst habe“ oft nicht. Stelle dir Wasser sichtbar bereit: auf den Schreibtisch, neben das Bett, in die Küche. Geeignet sind Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und verdünnte Säfte.
Für gesunde Erwachsene gelten etwa 1,5 bis 3 Liter täglich als Orientierung. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge ärztlich abgeklärt werden.
4. Iss leicht, wasserreich und in kleineren Portionen
Schwere, fette Mahlzeiten belasten den Kreislauf zusätzlich. Besser sind kleinere Portionen über den Tag verteilt: Gurken, Tomaten, Melone, Beeren, Salate, Joghurt, kalte Suppen oder leichte Gemüsegerichte.
5. Kühle deinen Körper direkt
Nicht nur die Wohnung muss kühl bleiben – auch der Körper braucht Entlastung. Hilfreich sind kühle, aber nicht eiskalte Duschen, ein Fußbad, feuchte Tücher auf Nacken oder Unterarmen, Wasserspray oder ein feuchtes Tuch im Gesicht.
Besonders angenehm: Unterarme kurz unter kühles Wasser halten. Das senkt die gefühlte Belastung oft rasch.
6. Achte auf Medikamente und Lagerung
Viele Medikamente sind hitzeempfindlich. Manche sollten nicht über 25 Grad gelagert werden, Insulin gehört in den Kühlschrank. Medikamente gehören nie ins heiße Auto.
Wenn du regelmäßig Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Insulin oder andere Dauermedikamente einnimmst, sprich bei wiederkehrender Hitze mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob etwas zu beachten ist.
7. Ziehe dich luftig an – aber schütze dich vor UV-Strahlung
Leichte, helle, luftdurchlässige Kleidung hilft dem Körper, Wärme abzugeben. Im Freien sind Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme wichtig. Direkte Sonne solltest du möglichst meiden – besonders auf großen Asphalt- oder Betonflächen, die Hitze zusätzlich speichern.
Gerade in Städten wird Hitze durch aufgeheizte Flächen, wenig Schatten und schlecht abkühlende Gebäude verstärkt. Deshalb gilt: Schatten suchen, Wege kurz halten und Pausen einplanen.
8. Nutze kühle Orte bewusst
Wenn deine Wohnung stark aufheizt, suche gezielt kühle Orte auf: Bibliotheken, Einkaufszentren, Kirchen, schattige Parks, Innenhöfe, klimatisierte öffentliche Räume oder „Coole Zonen“, wo es sie gibt.
Gerade in Städten kann das den Unterschied machen, vor allem wenn auch die Nächte nicht mehr richtig abkühlen.
Mehr dazu findest du auch in unserem Beitrag:
Hitzeschutz ab 50: So kommst Du gut durch heiße Tage
9. Nimm Warnsignale ernst
Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, starker Puls, ungewöhnliche Schwäche, Verwirrtheit, heiße trockene Haut oder fehlendes Schwitzen trotz großer Hitze sind Warnzeichen.
Dann gilt: sofort raus aus der Sonne, in eine kühle Umgebung, Kleidung lockern, trinken, kühlen. Wenn sich die Symptome nicht bessern oder Bewusstlosigkeit auftritt, muss rasch medizinische Hilfe geholt werden. In Österreich gilt die Rettungsnummer 144, in Deutschland und EU-weit 112.
Die AGES beschreibt bei Hitzestau und Hitzschlag genau diese Sofortmaßnahmen.
10. Schau auch auf andere
Hitzeschutz ist nicht nur Selbstschutz. Denk an Menschen in deinem Umfeld, die allein leben, wenig trinken, eingeschränkt mobil sind oder sich Hilfe nicht aktiv holen.
Ein kurzer Anruf, ein mitgebrachter Einkauf, eine Erinnerung ans Trinken oder der Hinweis auf einen kühlen Ort kann viel bewirken. Auch gesundheit.gv.at empfiehlt, andere Menschen bei Hitze zu unterstützen – etwa durch Einkäufe, Vorräte, regelmäßige Besuche oder eine Liste wichtiger Telefonnummern.
gesundheit.gv.at
Was du heute noch vorbereiten kannst
Bevor die Hitzewelle ihren Höhepunkt erreicht, lohnt sich ein kurzer Hitze-Check:
Stelle Getränke sichtbar bereit. Prüfe, ob Jalousien, Vorhänge oder Sonnenschutz funktionieren. Lade dein Handy auf und speichere wichtige Notrufnummern. Plane Einkäufe für die nächsten Tage so, dass du nicht in der Mittagshitze unterwegs sein musst. Überlege, welcher Raum in deiner Wohnung am kühlsten bleibt. Und kläre bei Bedarf, wen du im Notfall anrufen kannst.
In Österreich gibt es zusätzlich das kostenlose Hitzetelefon 0800 880 800. Dort erhältst du persönliche Ratschläge, wie du die heiße Jahreszeit gesundheitlich besser überstehst. Das Hitzetelefon ist laut Sozialministerium aus ganz Österreich kostenlos erreichbar. Hitzetelefon
Fazit: Gut vorbereitet statt von der Hitze überrascht
Die aktuelle Hitzewelle kommt rasch – und sie trifft uns nach einer wechselhaften Phase besonders deutlich. Gerade deshalb ist es sinnvoll, nicht erst zu reagieren, wenn die Wohnung bereits aufgeheizt ist oder der Kreislauf schwächelt.
Du musst deinen Alltag nicht komplett umstellen. Aber du solltest ihn für ein paar Tage anpassen: früher erledigen, leichter essen, bewusster trinken, kühle Orte einplanen, Warnsignale ernst nehmen und auf Menschen in deinem Umfeld achten.
Hitze ist kein Grund zur Panik. Aber sie ist auch kein harmloses Sommerdetail. Wer vorbereitet ist, kommt sicherer, ruhiger und gesünder durch heiße Tage.
Noch mehr kompakte Tipps findest du hier:
Wir BestAger – Was tun bei Hitze? 7 Tipps, wie du dich schützt
Mehr erstklassige Infos zu BestAger Themen?
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