Richtiges Verhalten bei Hitze – was Du als Best Ager wissen und tun solltest
Es wird immer heißer – und richtige Hitzewellen sind längst keine Ausnahme mehr. Gerade für ältere Menschen (gilt auch für Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen) können so hohe Temperaturen eine ernstzunehmende Belastung sein.
Ich spreche dabei auch aus eigener Erfahrung: Ich persönlich leide stark unter Hitze – mein Körper reagiert sehr empfindlich – ohne direkter Sonneneinstrahlung, etwa ab 28 Grad: mit hochroter, heißer Haut, einem spürbaren Anstieg der Körpertemperatur, trockenem Hautgefühl, raschem Puls und deutlicher Erschöpfung.
Zum Glück wohne ich in einem über 120 Jahre alten Haus mit sehr dicken Mauern und in grüner Lage in Wien. Hier lässt sich die Hitze gut aushalten – solange ich das Haus nur ganz früh am Morgen oder spät am Abend verlasse. In der Innenstadtwohnung meines Sohnes – sechster Stock, kaum beschattet und Südlage – würde ich es nicht aushalten.
Mit dem richtigen Verhalten kannst Du die heißen Tage gut überstehen. Hier erfährst Du, worauf Du achten solltest, wie Du Dich vorbereitest und was bei Hitze wirklich hilft.
Außerdem haben wir eine Liste der Coolen Zonen in Wien für dich, wo du Erfrischung findest.
https://www.wien.gv.at/umwelt/coole-zonen
INHALTSVERZEICHNIS
Was die Zahlen sagen – Hitzetage in DACH
Es ist wichtig, sich auf heiße Tage gut vorzubereiten – besonders, weil die Zahl der Hitzetage (mindestens 30 °C) in Österreich, Deutschland und der Schweiz stark angestiegen ist, aber regional sehr unterschiedlich ausfällt.
🇦🇹 In Österreich sind die Veränderungen besonders deutlich: In der Wiener Innenstadt gab es 52 Hitzetage in 2024! (im Zeitraum 1955-1959 waren es durchschnittlich 6), in Eisenstadt 48, in St. Pölten 42 und selbst in Innsbruck gab es in den letzten Jahren schon bis zu 25 solcher Tage. Für ganz Österreich gibt es – anders als in Deutschland – keine regelmäßig veröffentlichte Zahl für das Landesmittel, aber auch im Flächendurchschnitt ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten.
🇩🇪 In Deutschland liegt die durchschnittliche Zahl der Hitzetage (ebenfalls definiert als mindestens 30 °C) im Landesmittel bei rund 12 pro Jahr. Allerdings gibt es in Großstädten und in besonders warmen Regionen wie dem Oberrhein deutlich mehr heiße Tage. Besonders stark betroffene Städte sind laut Statista Mannheim, Ludwigshafen und Worms; allerdings werden konkrete, jährlich veröffentlichte Zahlen zu Hitzetagen (wie in Wien) selten direkt kommuniziert.
🇨🇭In der Schweiz schwankt die Zahl der Hitzetage regional stark: Im Süden (z.B. Biasca) wurden 2024 bis zu 66 Hitzetage gezählt, im Norden (z.B. Genf) waren es 22.
Warum hat gerade Österreich so viele Hitzetage?
▶︎ Geografische Lage: Ostösterreich liegt im Einflussbereich kontinentaler Luftmassen, die im Sommer zu starker Hitze führen. Die großen Städte (Wien, Eisenstadt, St. Pölten) im Tiefland sind besonders betroffen.
▶︎ Städtische Wärmeinseln: In Städten verstärken sich Hitzetage durch Bebauung, wenig Grün und Abwärme (Urban Heat Island Effect).
▶︎ Klimawandel: Die Erwärmung ist in Mitteleuropa besonders stark, aber in Österreichs Tiefland noch ausgeprägter, während Regionen in Deutschland und der Schweiz mit Meeresnähe oder höherer Lage meist etwas kühler bleiben.
Warum Hitze für BestAger besonders belastend ist
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit des Körpers, Temperatur auszugleichen:
▶︎ Die Schweißproduktion nimmt ab – das macht es schwerer, den Körper zu kühlen.
▶︎ Bestehende chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzprobleme können sich verschärfen.
▶︎ Medikamente wie Entwässerungstabletten oder Betablocker können die Wärmeregulation zusätzlich stören.
▶︎ Viele unterschätzen Warnsignale – gerade wenn man sich fit fühlt.
Kurz gesagt: Du musst nicht krank oder gebrechlich sein, um von Hitze betroffen zu sein. Du musst nur vorbereitet sein.
Was Du bei Hitze tun kannst – und solltest
Die richtige Ernährung und angepasste Aktivitäten können dazu beitragen, die Hitze besser zu bewältigen:
1️⃣ Informiere Dich täglich über das Wetter
Nutze Wetter-Apps (z. B. ZAMG, DWD, MeteoSchweiz) oder den Wetterbericht im Radio/TV. Achte auf Hitzewarnungen und plane Deine Aktivitäten früh am Tag oder in den Abendstunden. Tropennächte (nicht unter 20 °C) sind besonders belastend – plane für diese Tage kühle Rückzugsorte ein.
2️⃣ Halte Deine Wohnung kühl
▶︎ Dunkle tagsüber alle Fenster mit Rollos oder Vorhängen ab.
▶︎ Halte Fenster tagsüber geschlossen – lüfte nur am frühen Morgen oder abends.
▶︎ Nutze Ventilatoren oder mobile Klimageräte – auch ein feuchtes Tuch im Raum kann helfen.
▶︎ Vermeide unnötige Wärmequellen (Ofen, Lampen, technische Geräte).
3️⃣ Trinke ausreichend – auch ohne Durst
▶︎ Mindestens 1,5 bis 3 Liter täglich – besser lauwarmes als eiskaltes Wasser.
▶︎ Ideal sind: Wasser mit Zitrone, ungesüßter Kräutertee, verdünnte Fruchtsäfte.
▶︎ Vermeide: Alkohol, koffeinhaltige Getränke, stark gesüßte Limonaden – sie entziehen dem Körper zusätzlich Flüssigkeit.
4️⃣ Wähle leichte, atmungsaktive Kleidung
▶︎ Helle Farben, Leinen oder Baumwolle – locker sitzend, luftdurchlässig.
▶︎ Trage Sonnenhut und Sonnenbrille im Freien.
▶︎ Benutze Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 30) – besonders bei Spaziergängen oder Gartenarbeit.
5️⃣ Iss leicht und frisch
▶︎ Verzichte bei Hitze auf schwer verdauliche, fette oder scharfe Speisen.
▶︎ Gut geeignet: Obst (Melone, Beeren), Gemüse (Gurken, Tomaten), kalte Suppen, Joghurt, Vollkornbrot.
▶︎ Kleine Portionen über den Tag verteilt sind besser als eine große, warme Hauptmahlzeit.
6️⃣ Bewege Dich mit Maß
▶︎ Sport und Gartenarbeit nur am frühen Morgen oder nach 19 Uhr.
▶︎ Schwimmen, Spazierengehen im Schatten oder sanftes Yoga im Innenraum helfen, aktiv zu bleiben.
▶︎ Meide Anstrengung zwischen 11 und 17 Uhr – sie belastet das Herz-Kreislauf-System unnötig.
Warnzeichen erkennen – und richtig reagieren
Du solltest aufmerksam sein, wenn Du oder jemand in Deiner Nähe diese Symptome zeigt:
▶︎ Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen
▶︎ Kalte, feuchte Haut trotz Hitze
▶︎ Schwächegefühl, schneller Puls, Verwirrtheit
▶︎ Kein Schwitzen trotz großer Hitze
Was tun?
▶︎ In den Schatten oder ein kühles Zimmer gehen
▶︎ Beine hochlagern, kühle Umschläge auf Stirn und Nacken
▶︎ Lauwarmes Wasser trinken, langsam und in kleinen Schlucken
▶︎ Bei Bewusstlosigkeit oder Hitzeschlag: Sofort den Notruf wählen (144 / 112)
Öffentliche Angebote nutzen – gerade in der Stadt
Viele Städte haben sich inzwischen auf Hitze eingestellt. In Wien gibt es zum Beispiel:
▶︎ Trinkbrunnen in Parks und auf Plätzen
▶︎ Nebelduschen und „Coole Straßen“
▶︎ „Coole Orte“ wie Bibliotheken oder gekühlte Gemeindeeinrichtungen; Wien bietet da einiges an
Auch in deutschen und Schweizer Städten findest Du ähnliche Angebote. Informiere Dich vor Ort – und nutze diese Angebote, wenn es Dir zu heiß wird.
Warum das Thema bleibt – und was Du langfristig tun kannst
Der Sommer 2024 war kein Ausreißer, sondern ein Trend. Wissenschaftler:innen sind sich einig:
▶︎ Die Zahl der Hitzetage steigt in ganz Europa.
▶︎ Besonders in Städten ist die Belastung hoch – durch Versiegelung und fehlende Grünflächen.
▶︎ Best Ager gehören zu den Risikogruppen – körperlich, aber auch sozial (z. B. Alleinlebende).
Was kannst Du langfristig tun?
▶︎ Begrüne Deinen Balkon oder Garten – Pflanzen senken die Umgebungstemperatur.
▶︎ Suche Austausch: Wer nicht allein bleibt, erkennt Warnsignale auch besser.
▶︎ Informiere Dich über kommunale Klimaanpassungen – und bring Deine Stimme ein.
▶︎ Sprich gegebenenfalls mit Deinem Arzt über Medikamente, die bei Hitze angepasst werden sollten.
Dein persönlicher Hitze-Plan – kurz & klar
1. Jeden Tag den Wetterbericht checken
2. Wohnung tagsüber kühl halten – nachts lüften
3. Viel trinken, leicht essen
4. Bewegung anpassen – möglichst morgens oder abends
5. Warnzeichen erkennen – lieber einmal zu oft reagieren
6. Angebote der Stadt nutzen – kühle Orte aufsuchen
7. Austausch suchen – gemeinsam durch heiße Zeiten gehen
Fazit: Hitzeschutz ab 50
Der Sommer ist eine Zeit voller Freude und Aktivität, aber auch eine Zeit, in der bei zunehmender Anzahl von Tropennächten und Hitzetagen Vorsicht geboten ist, besonders für ältere Menschen.
Du kannst der Hitze nicht entkommen – aber Du kannst Dich schützen. Gut informiert und mit einem klaren Plan kannst Du auch heiße Tage sicher, gesund und mit gutem Gefühl erleben.
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Quellen, Statistiken, Fakten zum Thema Hitze
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit bzw. Urheberrechtsverletzungen übernehmen wir keine Haftung.
GeoSphere Austria (vormals ZAMG): Klimarückblick 2024 – Wien Innere Stadt, Eisenstadt, St. Pölten
https://www.zamg.ac.at/zamgWeb/klima/klimarueckblick/archive/2024/wiewars24.pdf1
https://www.geosphere.at/de/dokumente/news/geosphere_klimabilanz_jahr_241219_final.pdf3
Statistik Austria: Hitzetage in Wien und Innsbruck
https://www.statistik.at/fileadmin/shared/ZD/Zsp_Juli2024_barrierefrei.pdf6
Klimastatusbericht 2024:
https://www.scientists4future.at/2025/06/02/klimastatusbericht-osterreich-2024/5
Deutscher Wetterdienst (DWD): Jahresübersicht Hitzetage
https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimastatistik/klimastatistik_wetterlage.html
rp-online: Hitzetage Düsseldorf
Antenne Düsseldorf: Hitzewellen
https://www.antennedus.de/duesseldorf/duesseldorf-news/hitzewelle-duesseldorf-wetter-sommer-2024/
SRF Meteo: Hitzetage in der Schweiz
https://www.srf.ch/meteo/meteo-news/hitzetage-in-der-schweiz-2024
Bundesamt für Raumentwicklung: Klima und Hitzetage
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