Plötzlich pflegen – was tun?
Viele Menschen leben bis ins hohe Alter selbstbestimmt und aktiv. Doch manchmal genügt ein Sturz, eine Infektion oder eine unerwartete Diagnose, damit ein geliebter Mensch von einem Tag auf den anderen auf Unterstützung angewiesen ist. Für Angehörige ist diese Situation oft belastend, denn Fragen wie „Wo fange ich an?“, „Welche Hilfen gibt es?“ oder „An wen kann ich mich wenden?“ drängen sich sofort auf.
Gerade am Beginn fehlen häufig Orientierung und Überblick. Zwischen medizinischen Fragen, rechtlichen Regelungen und finanziellen Themen ist es nicht leicht, den roten Faden zu finden.
Dieser Beitrag von Karolina Holzner zeigt, welche Schritte in der häuslichen Pflege sinnvoll sind, welche Alltagshilfen das Leben erleichtern und wo pflegende Angehörige konkrete Unterstützung erhalten.
Eine praktische Checkliste für die ersten Schritte in der Pflege finden Sie am Ende dieses Artikels.
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INHALTSVERZEICHNIS
Beratung in Anspruch nehmen
Wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt, ist es normal, sich überfordert zu fühlen. Im ersten Schritt können unabhängige Beratungsstellen helfen, Klarheit zu gewinnen. Dort erfahren Sie, welche Leistungen bei häuslicher Pflege zustehen, welche Alltagshelfer entlasten können und wie der Unterstützungsbedarf am besten eingeschätzt wird. Außerdem erfahren Sie, ob und welche finanziellen Leistungen der pflegebedürftigen Person zustehen.
All diese Informationen helfen Ihnen, dass Sie gemeinsam mit erfahrenen Fachpersonal herausfinden können, welche Art von Unterstützug perfekt zu Ihrer individuellen Situation passt.
❗ Tipp: Umfangreiche Informationen finden Sie auch direkt auf der Webseite des Bundes: pflege.gv.at
Weitere hilfreiche Anlaufstellen, welche Sie bei Ihren Anliegen oder auch Fragen unterstützen können, sind zum Beispiel:
- Pflege- und Betreuungsservice: Die Bundesländer bieten Hotlines, geben Informationen zu mobilen Diensten und regionalen Unterstützungen: https://pflege.gv.at/de/beratungsstellen-im-bundesland
- Sozialhilfeverbände oder Bezirkshauptmannschaften, teilweise kann aber auch die lokale Gemeinde erste Informationen bereitstellen
- Hausärzt:innen, welche erste medizinische Einschätzung liefern können
- Alles Clara – eine Plattform zur Vermittlung von persönlichen Online-Beratungen für pflegende Angehörige (alles-clara.at)
- Pflegegeldberatung der Pensionsversicherung: diese Einrichtung unterstützt Sie bei Fragen zur Pflegegeldeinstufung und informiert über Details bezüglich etwaiger Leistungsansprüche
Erste Schritte in akuten Betreuungssituationen
Steht man das erste Mal vor der Aufgabe, häusliche Pflege zu organisieren, ist es das Wichtigste, Ruhe zu bewahren.
- Binden Sie zuerst Ihr persönliches Umfeld mit ein – Familie, Freunde oder Nachbarn. Oft können kleine Dienste wie Einkäufe, Mahlzeiten oder kurze Besuche schon große Entlastung sowohl für die betroffene Person als auch für die pflegenden Angehörigen sein. Digitale Kommunikationskanäle wie zum Beispiel WhatsApp- oder Signal-Gruppen helfen, die Kommuniktion zu erleichtern und Aufgaben klar zu verteilen.
- Reicht dies nicht aus, gibt es weitere Unterstützungen wie mobile Pflegedienste, Essen auf Rädern, oder Kurzzeitpflege (s. unten). Auch die Möglichkeit, Heil- und Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen auszuleihen, ist regional häufig verfügbar.
- Auch kleine technische Helfer, wie Paula können einen Unterschied machen und Sie in Ihrer individuellen Situation bedeutend unterstützen. Das System erkennt Veränderungen im Stromverbrauch und fragt bei Auffälligkeiten automatisch nach, ob alles in Ordnung ist. Wenn keine Rückmeldung erfolgt, informiert Paula die hinterlegten Kontaktpersonen. Paula ist eine wertvolle Unterstützung, die Sicherheit gibt, ohne die Selbstständigkeit einzuschränken.
Pflegegeld und finanzielle Entlastung für die häusliche Pflege
Um die mit der Pflege verbundenen Mehrkosten zu bewältigen, gibt es in Österreich das Pflegegeld. Es soll pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu bleiben und Selbstbestimmung zu bewahren. Die Einstufung erfolgt in sieben Pflegestufen, abhängig vom individuellen Pflegebedarf der betroffenen Person. Siehe hier: Pflegegeld
Ablauf der Beantragung:
- Antrag stellen: dies erfolgt formfrei, am besten vorhandene ärztliche Befunde beilegen
- Begutachtung durch ärztliches oder Pflege-Fachpersonal im Auftrag des Sozialversicherungsträgers
- Entscheidung und Einstufung in eine entsprechende Pflegegeldstufe
- Erhöhungsantrag oder Klage bei veränderten Umständen oder Unstimmigkeiten
Neben dem Pflegegeld gibt es weitere Fördermöglichkeiten. Etwa für barrierefreie Umbauten. Die Höhe dieser kann jedoch variieren. Weiter Informationen dazu stellt pflege.gv.at bereit.
❗ Tipp: Legen Sie frühzeitig eine „Pflegeakte“ an, in der alle relevanten Unterlagen gesammelt werden. Das spart Zeit und erleichtert es die Übersicht in stressigen Situationen zu bewahren.
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Unterstützungsangebote und Alltagshilfen
Ein dichtes Netz an Alltagshilfen unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, damit die bevorstehende Zeit so angenehm wie möglich gestaltet werden kann. Dazu gehören:
- Mobile Dienste wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe oder auch Essen auf Rädern. Diese Dienste unterstützen die betroffenen Personen direkt im Haushalt und bieten ein breites Spektrum. Von medizinischer Versorgung bis hin zur täglicher Essensversorgung an.
- Tageszentren sind eine relevante Anlaufstelle für Tagesbetreuung. Ideal geeignet zum Knüpfen soziale Kontakte und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen.
- 24-Stunden-Betreuung, ist ideal, wenn rund um die Uhr Hilfe nötig ist. Die Betreuungs-, oder Pflegekraft wohnt direkt bei der betroffenen Person und kann diese dauerhaft im Alltag unterstützen.
- Kurzzeitpflege ist eine vorübergehende Pflege, etwa nach Krankenhausaufenthalten oder zur Erholung der betroffenen Personen
❗ Die Angebote können oft regionale Unterschiede aufweisen, da diese unterschiedlich organisiert werden. Deshalb ist es empfehlenswert sich weitere Beratung bei Sozialhilfeverbänden, Pflegedienstleister oder pflege.gv.at zu holen.
Darüber hinaus
- sind Wohnraumanpassungen sinnvoll: Haltegriffe, rutschfeste Matten oder barrierefreie Duschen erhöhen Sicherheit und Selbstständigkeit. Entsprechend an die Situation und Bedürfnisse der betroffenen Person sollten hier die passenden Anpassungen vorgenommen werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.
- Ergänzend bieten Notfallsysteme und digitale Alltagsbegleiter wie Paula zusätzliche Sicherheit im Alltag. Paula ist ein passives Notfallsystem und eignet sich perfekt für Personen, welche aktive Notrufsysteme, wie eine Rufhilfe ablehnen. Paula erkennt Routinen anhand der Stromveerbrauchsdaten, funktioniert still im Hintergrund und benachrichtigt, wenn es zu Abweichungen im Stromverbrauch, und somit bei den täglichen Routinen, kommt.
❗Neugierig? Dann lesen Sie gerne mehr nach unter: https://www.paula.care/
Emotionale Entlastung nicht vergessen
Pflegende Angehörige leisten oft Unglaubliches – und geraten dabei selbst an Ihre Grenzen. Achten Sie daher auf Ihr eigenes Wohlbefinden und nehmen Sie sich auch bewusst eine Auszeit!
Gespräche mit Ärzt:innen, Therapeut:innen oder Freund:innen und der Austausch in Selbsthilfegruppen können helfen, Belastungen besser zu verarbeiten. Nutzen Sie diese Anlaufstellen unbedingt.
Wenn die Situation zu belastend wird, ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung, neue Lösungen in Betracht zu ziehen.
Häusliche Pflege ist eine Herausforderung – aber niemand muss diesen Weg allein gehen. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, finanzielle Hilfen und Alltagshelfer, die Angehörige entlasten und Pflegebedürftigen ein Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen.
👉 Damit Sie den Überblick behalten, finden Sie hier eine praktische Checkliste für die ersten Schritte in der Pflege am Ende dieses Artikels:
Download: Paula – Checkliste Pflege und Betreuung
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https://wir-bestager.jetzt/plotzlich-pflegender-angehoriger/
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