Babyboomer und Wohnen

Babyboomer und Wohnen

Mit den Babyboomern gehen gerade die geburtenstärksten Generationen in Rente. Der demografische Wandel wird sich besonders beim Thema Wohnen bemerkbar machen.

Fast jeder dritte Babyboomer ist allein, geschieden oder verwitwet. Dazu kommt, dass die Kinder oft weit entfernt von den Eltern leben. Generell sind Familien heute eher kleiner, deshalb gibt es weniger Menschen, die sich um die Älteren kümmern können.

INHALTSVERZEICHNIS

Innovative Wohnquartiere statt klassische Seniorenzentren

Deshalb sind auch die Kommunen gefragt, die in innovative und vielfältige Begegnungsorte mit einer hohen Aufenthaltsqualität investieren müssen. Dies stellt für mich eine der größten Herausforderungen bei der Planung von neuen Wohnquartieren dar: Denn für die klassischen „Seniorenzentren“ fühlen sich die Babyboomer zu jung … und Mehr-Generationen-Wohngemeinschaften haben häufig Modell-Charakter, sind aber für Viele keine Wohn-Option.

Pflegenotstand vermeiden: Sorgende Gemeinschaften als Zukunftsmodell

Das statistische Bundesamt rechnet im Jahr 2055 mit etwa 6,8 Millionen Pflegebedürftigen, etwa einem Drittel mehr als heute.

Damit der Pflege-Notstand sich in Grenzen hält, ist jeder gefragt … Stichwort: „Caring Community“ (sorgende Gemeinschaft); dazu gehört die Nachbarschaftshilfe beim Einkaufen oder Kochen, ergänzt durch ambulante Betreuung.

Allerdings, ein Großteil der nun in Rente gehenden Boomer besitzt Eigenheime, vor allem in den Vororten und kleineren Kommunen auf dem Lande. So werden viele auf großer Fläche allein leben. Und eigentlich brauchen sie den Platz nicht mehr … aber verkleinern geht aufgrund der heutigen Wohnungsnot nicht so einfach.

Wohnformen für Ältere

Wohnraum neu verteilen

Die Wohnungsknappheit beruht zum großen Teil auf einer ungleichen Verteilung, denn jüngere Generationen haben Schwierigkeiten, passenden Wohnraum zu finden. Dagegen braucht es kommunale Konzepte und Angebote der Wohnungsträger … Ältere können in barrierefreie, kleinere Wohnungen ziehen, und junge Familien in die dadurch leer werdenden größeren Immobilien. Kommunen können kostenfreie Beratungsangebote für Umbaumaßnahmen von Einfamilienhäusern anbieten … dies gibt es bereits in Baden-Württemberg.

Wege aus der Einsamkeit: Soziale Isolation vermeiden

Städte und Gemeinden müssen wieder lebenswerter werden, indem „anonyme“ Nachbarschaften zu funktionierenden Gemeinschaften umgewandelt werden. Dies gelingt, indem attraktive Gemeinschaftsflächen, Innenhöfe oder Gemeinschaftsdachterrassen auch im konventionellen Mehrgeschoss-Wohnbau eingeplant werden. Ebenso mehr Grünflächen und verkehrsberuhigte Zonen im unmittelbaren Wohnumfeld. Auch dazu ist die Kommunalpolitik gefragt.

Wohnbedürfnisse im Alter

Die Wohnbedürfnisse der Bewohnenden sollten von Bauträgern und Architekten endlich berücksichtigt werden; und die reine Gewinnmaximierung beim Wohnbau zurückgenommen werden. Es geht um innovative Wohnkonzepte (nicht nur) im Neubaubereich, die ökologische Herausforderungen und gesellschaftliche Veränderungen miteinander verbinden.

Mit dem Alter ändern sich die Anforderungen an die Wohnung. Da unsere gebaute Umwelt ständig auf uns einwirkt, sollten wir unsere Lebensräume so gestalten, dass wir uns sicher und geborgen fühlen. Dann leisten unsere Räume einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.

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Wie möchten wir im Alter wohnen, was gibt Sicherheit und was unterstützt Selbstständigkeit?

Genau diesen Themen widmen sich die Beiträge “Wohnen im Alter” und “Wohnen im Wandel “- sie zeigen, welche Wohnbedürfnisse für viele BestAger zentral sind.

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Monika Feldmer-Metzger
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