Andalusien Rundreise 50plus

Andalusien Rundreise 50plus – viel gesehen, viel erlebt

Andalusien stand schon lange auf unserer Reiseliste. Sonne, maurische Baukunst, weiße Dörfer, Tapas, Meer, Kultur – diese Mischung aus spanischer Lebensfreude und großer Geschichte, die man mit dieser Region verbindet.
Nachdem wir Teneriffa nach vielen Jahren den Rücken gekehrt haben (wieso – Schlagwort Massentorurismus – kannst du im Beitrag nachlesen) haben wir es heuer endlich wahr gemacht:

Unsere Route führte uns nach der Landung in Málaga mit dem Mietwagen zuerst nach Sevilla, dann weiter nach Cádiz und Marbella. Von Marbella aus in Sternfahrten inn die Umgebung– unter anderem nach Ojén, Porto Banus, Monda, Ronda und Setenil de las Bodegas. Granada, Gibraltar, Estepona und zum Schluss noch einmal Málaga.

Gleich vorweg: Andalusien hat uns beeindruckt. Sehr sogar. Wir haben in 13 Tagen unglaublich viel gesehen, waren richtig überwältigt von Architektur, Landschaft und Atmosphäre – gleichzeitig war die Reise auch anstrengend.
Obwohl wir Mitte März unterwegs waren, waren viele Orte bereits sehr gut besucht. Im Sommer möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie voll Sevilla, Ronda, Granada oder Málaga sein müssen.

Dazu kam: Zum Baden und Liegen in der Sonne war es noch zu kühl, die Temperatur lag bei ca. 20 Grad, gefühlt oft kühler durch den Wind (im Jahr davor hatte es zu dieser Zeit allerdings um die 30 Grad).
Rückblickend wäre eine Kombination aus Sightseeing und faulen Ruhetagen für uns ideal gewesen; hätten wir auch so vorgehabt, aber das Wetter hat es eben nicht erlaubt.

Andalusien ist keine Region, die man einfach abhakt. Sie braucht Zeit, gute Schuhe, Geduld beim Parken – und die Bereitschaft, sich auch treiben zu lassen.

INHALTSVERZEICHNIS

Unsere Route durch Andalusien

Wir sind in Málaga gelandet, Mietauto von CarGest können wir empfehlen –  und sind dann gleich zum ersten Mal durch Málaga geschlendert. Die Stadt hat uns sofort gefallen. Auch wenn wir gleich im ersten Tapas-Lokal ein wenig das Gefühl hatten, abgezockt worden zu sein, war klar: Nach Málaga kommen wir sicher noch einmal zurück.

Danach ging es quer durchs Land nach Sevilla, zuerst über Bundesstraßen, später auf der Autobahn. In Sevilla haben wir erstmal eine falsche Adresse angesteuert (gleicher Straßennamen, aber falsches Viertel). Letztlich haben wir unser Appartment aber gefunden – ruhig, zentral gelegen und damit ideal, um die Stadt zu Fuß zu erobern.

Unsere Route war abwechslungsreich: Málaga – Sevilla – Cádiz – Marbella – Puerto Banús – Ojén – Gibraltar – Estepona – Ronda – Setenil de las Bodegas – Granada – Málaga. Viel Programm, viele Eindrücke, viele Kilometer. Wer Andalusien zum ersten Mal bereist, möchte verständlicherweise möglichst viel sehen. Genau darin liegt aber auch die Herausforderung.

Andalusien Route

Sevilla – prachtvoll, lebendig, beeindruckend

Sevilla war unsere erste große Station – und wahrscheinlich die Stadt, die uns am stärksten mit ihrer Wucht empfangen hat. Drei Tage waren wir dort, schlenderten über Triana, besuchten dort den Mercado, saßen am Guadalquivir in der Sonne bei einem Glas Wein und machten uns dann auf Richtung Plaza de España, jüdisches Viertel, Kathedrale und Alcázar.

▶︎ Die Plaza de España war für uns einer der eindrucksvollsten Orte der ganzen Reise. Riesig, farbenfroh, offen, mit Wasser, Brücken und den berühmten Keramiktafeln der spanischen Provinzen. Dort trafen wir auch eine fröhliche Gruppe gehörloser Frauen, die mich baten, Fotos von ihnen zu machen und ich konnte meine basalen Spanischkenntnisse an die Frau bringen. Solche Begegnungen bleiben oft stärker in Erinnerung als jede noch so bekannte Sehenswürdigkeit.

▶︎ Auch der Parque de María Luisa war wunderschön – eine grüne Pause nach der Größe und Geschäftigkeit der Plaza. Weniger gelungen war unsere Suche nach dem Alcázar: Wir sind gefühlt dreimal vorbei gegangen und haben auf den Eintritt aufgrund der langen Menschschlange davor verzichtet.

▶︎ Also auf in die Kathedrale – und die war tatsächlich unglaublich. Die Kathedrale, der Alcázar und das Archivo de Indias gehören gemeinsam zum UNESCO-Welterbe; die Kathedrale gilt laut UNESCO als größte gotische Kirche Europas. (UNESCO Weltkulturerbe Zentrum)

▶︎ An einem der Abende dann ein weiteres echtes Highlight: Las Setas (die Pilze) auch Metropol Parasol genannt. Diese riesige, begehbare Holzkonstruktion mitten in Sevilla hat uns extrem beeindruckt – besonders bei Nacht, wenn sie ständig die Farben wechselt und man von oben über die Stadt blickt. Der offizielle Tourismusauftritt der Provinz Sevilla beschreibt Las Setas als größte Holzkonstruktion der Welt; der Aussichtspunkt liegt auf rund 28,5 Metern Höhe. (turismosevilla.org)

Nach über 20.000 Schritten jeden Tag hatten wir heiße Fußsohlen und waren entsprechend müde. Sevilla ist großartig, aber man sollte die Stadt nicht unterschätzen.

Plaza de Espana Sevilla
Plaza de Espana
Sevilla Cathedrale
Cathedrale Sevilla
Las Setas Sevilla

Cádiz – nett, atmosphärisch, nach Sevilla schwer zu toppen

Von Sevilla fuhren wir weiter nach Cádiz. Nach der Wucht Sevillas war Cádiz für uns ein deutlicher Kontrast: Meer, Atlantiklicht, kleine, romantische Gassen, Wind und ein entspannterer Rhythmus. Cádiz war nett, atmosphärisch, angenehm – aber nach Sevilla wahrscheinlich schwer zu toppen.

Genau das macht eine Rundreise aus: Nicht jeder Ort trifft einen gleich stark. Cádiz war für uns weniger die Stadt der großen Sehenswürdigkeiten ( es gibt denoch einige davon) als eine Stadt zum Gehen, Schauen und Durchatmen. Für einen Kontrast zur Monumentalität Sevillas war es genau richtig.

TIPP – Praktischer Hinweis generell: Parkgebühren und Park-Apps sollte man in Andalusien nicht unterschätzen. Wer sich vorher in Ruhe mit den jeweiligen Apps beschäftigt, kann Geld sparen. Wer es nicht tut, zahlt schnell die volle „Touristen-Gebühr“. In Sevilla kostete unsere Parkgarage für wenige Tage jedenfalls ordentlich.

Cadiz

Marbella – schöne Basis, aber nicht unser eigentliches Andalusien

Marbella war für uns vor allem Standort für Sternfahrten. Unser kleines, feines Boutique Hotel lag etwas außerhalb, im Grünen neben einem Golfclub, mit sehr gutem, liebevoll serviertem Frühstück und einer angenehmen Ruhe abseits des Trubels (und im März mit top Preis-/Leistungsverhältnis). Für Jörg wurde Marbella außerdem persönlich besonders: Er feierte dort seinen 65. Geburtstag und wurde schon beim Frühstück liebevoll verwöhnt.

Die Altstadt von Marbella ist nett, mit weißen Häusern, engen Gassen und der Plaza de los Naranjos. Dieser Platz ist lein historischer Mittelpunkt der Altstadt und entstand nach der christlichen Eroberung Marbellas im 15. Jahrhundert.
Trotzdem: Kulturell hat uns Marbella nicht so stark gepackt. Die Altstadt ist reizend, aber klein. Málaga fanden wir deutlich interessanter.

Puerto Banús war dann ein ganz anderes Kapitel. Luxusjachten, Bentleys, Porsches, Maseratis, Lamborghini, viel sichtbarer Reichtum, sehr viel Inszenierung. Man kann das spannend finden. Unsere Welt war es nicht. Für uns war es eher ein Ort, den man einmal gesehen haben kann – aber nicht länger braucht.

Ganz anders Ojén: ein kleiner weißer Ort im Hinterland, mit Blick Richtung Marbella. Solche Dörfer zeigten uns ein anderes Andalusien – ruhiger, schlichter, authentischer.

Marbella Altstadt
Plaza de las Naranjas
Porto Banus

Gibraltar und Estepona

Gibraltar war ein Tagesausflug. Wer hinfährt, parkt am besten noch auf spanischer Seite und geht zu Fuß hinüber.

Schon der Weg ist ungewöhnlich: Man überquert tatsächlich die Landebahn des Flughafens. Die offizielle Website des Gibraltar Airport weist darauf hin, dass man die aktive Runway zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Scooter queren kann – mit entsprechender Sperre bei Flugbewegungen. (Gibraltar Airport)

Unser Eindruck von Gibraltar war gemischt. Der berühmte Felsen lag in Wolken, die Bahn hinauf war geschlossen, und so blieb vor allem ein Spaziergang durch die Main Street mit roten Telefonzellen, britischen Postkästen, Bobbys und Fish & Chips. Kurios war es schon: Über „England“ hing eine große Wolke, rundherum war Spanien sonnig.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt in Estepona – und das war eine positive Überraschung. Eine sehr gepflegte, hübsche Stadt mit Plaza de las Flores, schönen Seitengassen und langer Strandpromenade. Estepona würden wir klar als sehenswert einstufen.

Ronda – spektakuläre Brücke, aber schon im März sehr voll

Von Marbella aus ging es nach Ronda. Die Straße ist kurvig, aber sehr gut ausgebaut. Die Fahrt zieht sich etwas, lohnt sich aber allein wegen der Lage der Stadt und den schönen Blicken auf Meer und Küste.

Ronda ist eine dieser weißen Städte im Gebirge, deren berühmtestes Bild die Puente Nuevo über dem Tajo ist: 98 Meter hohes Bauwerk, das die Altstadt mit dem neueren Stadtteil verbindet.

Den besten Blick bekommt man, wenn man einige Stufen nach unten geht. Der Weg ist gut ausgebaut, man zahlt einen kleinen Eintritt, bekommt einen Kopfschutz und sieht dann die Brücke und den Wasserfall von unten. Dieser Blick ist tatsächlich beeindruckend.

Besonders hier: Schon Ende März waren sehr viele Touristen unterwegs. Die berühmte Stierkampfarena hat uns enttäuscht, weil große Teile Baustelle und nicht begehbar waren. Nach wenigen Minuten waren wir wieder draußen.

Auf der Rückfahrt dann ein ordentlicher Stau Richtung San Pedro und Puerto Banús. Unser Gastgeber bestätigte, dass viele Menschen wegen unsicherer internationaler Reiselagen offenbar auf diese Region ausweichen.

Ronda
Ojen - Pueblo Blanco
Plaza de Toros de Ronda

Setenil de las Bodegas – eines unserer persönlichen Highlights

Setenil de las Bodegas war für uns ein weiteres Highlight der Reise. Der Ort liegt rund 70 Kilometer von Marbella entfernt und ist außergewöhnlich: eines der weißen Dörfer (Pueblos Blancos), mit Häusern, die unter überhängende Felsen gebaut sind.

Häuser liegen unter, auf und sogar in den Felsen, besonders in den Straßen Cuevas de la Sombra und Cuevas del Sol. (cadizturismo.com)

Skurilles Erlebnis mit dem Mietwagen: Ein Parkschild zeigte vermeintlich den richtigen Weg: durch extrem enge, steile Gassen, mitten durch Fußgängergruppen hindurch, bis wir irgendwann vor dem Ende standen: von hier ging es nur zu Fuß zum eigentlichen Parkplatz. Wir waren nicht die Einzigen, die irritiert waren. Mit einem großen Auto wird es dort wirklich eng. Aber die Menschen nehmen es gelassen, wenn sich die Wagen durchschieben – es gibt eben keinen anderen Weg. Bei uns wären wir vermutlich ohne Beschimpfungen nicht davon gekommen: südliche Entspannheit, wie schön.

Jedenfalls: Setenil war sehr besonders. Die Felsen, die Gassen, das Licht, die eigenartige Mischung aus Natur und Architektur – das war für uns stärker als manches berühmtere Ziel.

Setenil de las Bodegas

Granada – wunderschön, aber ein Tag ist zu wenig

Von Marbella nach Granada fährt man ungefähr zwei Stunden. Schon die Anfahrt war eindrucksvoll: Ende März im Hintergrund die schneebedeckte Sierra Nevada, davor die Stadt. Granada wirkt sofort besonders.

Die Alhambra sahen wir allerdings nur aus der Ferne – ein Tag ist einfach zu kurz dafür und wir hatten keine Tickets gebucht. Die offizielle Tourismusinformation von Granada weist darauf hin, dass das allgemeine Ticket Alcazaba, Nasridenpaläste und Generalife umfasst; für die Nasridenpaläste ist die konkrete Eintrittszeit besonders wichtig. (turismo.granada.org)

Wir entschieden uns daher, uns treiben zu lassen – was uns auf Reisen ohnehin wichtig ist. Geparkt haben wir in einer gut gelegenen Garage am Rand der befahrbaren Altstadt. Von dort gingen wir Richtung Albaicín und weiter zum Mirador de San Nicolás. Der Aufstieg dauerte etwa eine Viertelstunde und war völlig problemlos. Von dort hat man einen großartigen Blick auf die Alhambra mit der Sierra Nevada im Hintergrund.

Danach schlendern durch enge Gassen, vorbei an orientalischen Teehäusern, kleine Läden und ein Viertel, das an einen arabischen Basar erinnert. Besonders schön waren die Straßenmusiker: ältere Herren, sehr gut gekleidet, die großartig Gitarre spielen. Genau solche Momente machen Atmosphäre aus.

Die Kathedrale von Granada fanden wir ebenfalls beeindruckend – etwas kleiner als Sevilla, aber sehr prächtig. Unser Fazit: Granada verdient mehr als einen Tag.

Alhambra Granada

Málaga – viel mehr als nur Flughafenstadt

Zum Schluss dann noch einmal Málaga. Und Málaga hat uns wirklich positiv überrascht. Die Stadt ist nicht nur Ankunfts- oder Abflugort, sondern urban, lebendig, kulturell interessant und zugleich nah an Strand und Hafen.

Vor dem Picasso Museum standen lange Schlangen. Unser Tipp daher: Tickets vorab online kaufen. (museopicassomalaga.org)

Die Alcazaba von Málaga, eine arabische Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert, liegt mitten in der Stadt und zeigt, wie eng Geschichte und Gegenwart hier zusammenliegen. 

Was uns an Málaga gefiel: Die Stadt hat Hafen, Strand, Kultur und Atmosphäre – aber sie wirkte auf uns weniger abgehoben als zum Beispiel Puerto Banús. Selbst wenn dort auch große Yachten liegen, hat Málaga mehr Tiefe, mehr Alltag und mehr Charakter.

Malaga Alcazaba

Unser Fazit – Andalusien ja, unbedingt, aber mit mehr Zeit

Andalusien war für uns eine Reise voller starker Bilder: die Plaza de España in Sevilla, Las Setas bei Nacht, der Atlantik in Cádiz, die weißen Dörfer, die Brücke von Ronda, die Felsenhäuser von Setenil, der Blick auf die Alhambra in Granada und das lebendige Málaga.

Wir haben sehr viel gesehen – vielleicht ein bisschen zu viel auf einmal. Mitte März war für Kultur und Besichtigungen gut, aber zumindest in diesem Jahr zum Baden noch zu kühl. Im Sommer wiederum dürfte es deutlich voller und heißer sein.

Was uns sehr gefallen hat: freundliche, entspannte Spanier, tolle Einkaufsmöglichkeiten, wunderbare Landschaft und großartige Kultur.
Weniger schön fanden wir den vielen Müll entlang mancher Landstraßen, weggeworfene Dosen und Flaschen, laufende Motoren im Stand und ein teilweise geringes Umweltbewusstsein. Auch das gehört zu einem ehrlichen Reisebericht.

Unsere Empfehlung für alle, die Andalusien 50plus bereisen möchten: Plane großzügig. Buche wichtige Tickets vorab. Rechne auch in der Nebensaison mit vielen Menschen. Und nimm dir Zeit für die Orte jenseits der großen Namen. Denn manchmal bleibt nicht das berühmteste Bauwerk am stärksten in Erinnerung – sondern ein Felsendorf, ein Abendblick, ein gutes Frühstück oder eine zufällige Begegnung auf einem Platz in Sevilla.

Hier findest du weitere persönliche Reiseblogs von uns:

▶︎ Andalusien Rundreise

▶︎ Le Marche, die Marken

▶︎ Triest – Stadt voller Charme, Geschichte und Genuss

▶︎ Teneriffa für BestAger

▶︎ Die Jagdhausalm bzw. Klein-Tibet

▶︎ Die wildromantischen Umballfälle

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Mag. Ulrike Ischler

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